Sonntag, 5. Juli 2015

Liebe unter Einhörnern

Es ist wie eine Pest und ich sehe schon große Herausforderungen auf mich als Elternteil einer Tochter zukommen. Pferde!

Echt. Wir haben im Freundeskreis inzwischen einige kleine Mädchen im Alter bis 8 Jahren und ich behaupte zu sagen, jedes dieser Kinder besitzt ein bis fünfzig dieser "Filly"-Pferdchen.

Für alle Unwissenden. Dies sind diese kleinen Plüschpferdchen, welche es an fast jeder Supermarktkasse für 2,50€ zu kaufen gibt. Wenn ihr nicht wisst wo genau, beobachtet beim nächsten Einkauf einfach, wo sich ein kleines Mädchen bockend und weinend auf den Fußboden wirft!

Später kommen dann meist noch diese naturgetreu nachmodelierten "Schleich" Pferde hinzu, von denen ich zugegebenermaßen selbst mal eines besaß. Wenn auch im Set mit meinem "Schleich" Bauernhof, wo ich das Pferd mit dem Traktor von A nach B gekutscht habe.

So, nun geht mal davon aus, Eure Tochter ist diesem Pferdewahn zwischen "My Little Pony" und "Filly" verfallen, kommt an einem (von Linksaktivisten besetzten) Haus vorbei, sieht dieses Plakat und fragt: "Papa, was machen die beiden Einhörner da?".

Bingo!

Ich fang schon heute an zu überlegen, was ich in diesem "Worst Case Szenario" meiner Tochter später mal antworte! Wie schaut`s aus? Irgendwelche Vorschläge?

Sonntag, 28. Juni 2015

Wodka fürs Kind - mit REWE!

Hier mal wieder eine Geschichte aus dem wahren Leben mit Kind.
Etliche Eltern werden das sicherlich kennen. Draußen ist es drückend heiß und während man zu Hause noch rätselt, was man dem Kind anzieht - lang oder doch kurzärmlich - hat man tatsächlich vergessen das Wasserfläschchen fürs Kind aufzufüllen.

Gut, dass dies heut zu Tage nicht wirklich ein Problem ist. An jeder Ecke gibt es Kioske und Supermärkte, so auch in unserem Fall. Sprich, ein REWE Markt lag am nächsten als unsere Kleine nach Wasser verlangte. Schnell also durch die Regalreihen gehuscht, in die Getränkeabteilung geeilt und eine Flasche der REWE Eigenmarke "Beste Wahl" (siehe Foto) geschnappt und an der Kasse bezahlt.

Kaum wieder im Park wollten wir dann das Wasser in ihr Trinkfläschen umfüllen, als uns eine etwas zu laut vorgetragene Bemerkung von einer Nachbarbank voller Rentner an die Ohren dringt.
"Schau mal Renate, diese jungen Leute. Die geben ihren Babys bereits aus Wodka Flaschen zu trinken!"


Erst waren wir ein wenig verwundert. Bei genauerer Betrachtung der REWE Wasserflasche fiel uns aber auch auf, dass diese eine frappierende Ähnlichkeit mit einer Wodka Flasche hat. Natürlich ist uns bereits am Regal aufgefallen, dass die "Beste Wahl" sich etwas von der Standardform der Wasserflaschen abhebt. Doch es stimmt! Wodka!

Nur um das hier konsequent klar zu stellen. Unser Kind bekommt keinen Alkohol ins Fläschchen. Diese optische Parallele sollte man den Produktdesigner bei REWE vielleicht trotzdem mal vor Augen führen! ;o)

Montag, 22. Juni 2015

Eine faire Plakette für meinen Kaffee

Seit Monaten gehe ich an dieser Plakette an einer Mauer hier in der Nachbarschaft vorbei. Auf einer schicken Glasplatte, an der Ziegelmauer einer nahen Pfarrei wird verkündet: "Wir trinken Kaffee aus fairem Handel".


Tja, das tue ich im Büro auch seit Jahren. Dabei unterstützte ich bereits unterschiedliche Kolchosen und Bauernvereinigungen in Afrika, einigen südamerikanischen Hochländern und Mexiko. Leider habe ich dafür nie eines dieser tollen Glasschilder bekommen!

Dabei würde sich dies so toll vor meinem Büro machen und allen Besuchern und Geschäftspartnern eine eindeutige Botschaft vermitteln:

"Hier wird selbst in der Kaffeepause noch die Welt gerettet!"

Also, wer weiß wie man ein solches Schild bekommt, möge sich bei mir melden! ;o)

Sonntag, 14. Juni 2015

Star Lord, sein allerbester Freund und inkontinente Jugendliche

Gestern war ein toller Tag. Am Morgen gut gefrühstückt, dann mit der Familie zum alljährlichen Kutterrudern auf der Saale, bei dem diesmal auch mein Schwager antrat, und gekrönt sollte dieser denkwürdige Tag mit einem Kinobesuch von "Jurassic World" werden.

All dies hat bis zum Abend auch gut funktioniert. Beim Kutterrudern sprang zwar nur ein eher enttäuschender 15. Platz heraus, trotzdem zum Kinofilm war ich pünktlich.

Nachdem wir vor inzwischen schon 14 Jahren das letzte Mal die "Isla Sorna" mit ihren Horden von Dinosauriern besuchen durften, sind die Urzeitmonster in 2015 endlich wieder zurück. Diesmal durch Genmanipulation und den immer wieder auftretenden Hang zur Gewinnmaximierung, noch größer und gefährlicher.
Ohne dabei zu viel von der Handlung zu verraten, kann man berichten, ein besonders fieser Dino wird heran gezüchtet, entkommt, meuchelt Menschen am laufenden Band und muss wieder eingefangen oder getötet werden. Ich glaube nach ähnlichem Muster liefen bisher alle "Jurassic Park" Film. Da macht auch dieser neue Streifen keine Ausnahme.
An der Spitze des Widerstandes stehen diesmal jedoch gänzlich andere Personen. Allen voran der erst kürzlich durch "The Guardians of the Galaxie" bekannt gewordene Chris Pratt als Söldner Owen und sein Assistent Barry verkörpert von Omar Sy ("Ziemlich beste Freunde").
Von der Handlung sollte man außer einer aufwändig inszenierten Dinosauerierhatz nicht allzu viel erwarten. Um eine anspruchsvolle Handlung entwickeln zu können, fehlt es dem Film an etlichen Stellen. Neben einer recht platten und hanebüchenen Charakterentwicklung über logische Fehler, hinkt der Film vor allem an einem. Zu viele Handlungsansätze werden begonnen, verlaufen während des Streifens aber im Sand oder werden einfach nie wieder erwähnt!
Doch seien wir ehrlich. In ein "Jurassic World" geht man wegen der Action und der riesigen Saurier und damit wird man bestens bedient. Vom Film her sah ich also genau dass, was ich erwartet hatte.

Anders sah es jedoch beim Publikum aus. Klar, ein Samstag Abend und ein Blockbuster Film gleich nach seinem Deutschlandstart. Das hier jedes Kino brechend voll sein wird, ist faktisch vorprogrammiert. Warum muss aber gerade ich so eine Bande Sechzehnjähriger vor mir haben, welche beim Bierkauf an der Kinokasse noch ihren Ausweis zeigen müssen und daraufhin versuchen die benachbarten Mädels auf teufel komm raus zu beeindrucken. Das ging vom permanenten zuprosten mit bierhaltigen Mixgetränken durch mein Blickfeld bis zu Fingerschnippen für jeden Statisten welcher im Film von einem Dino getötet wurde. Nach knapp einer halben Stunde war ich bereits ziemlich abgenervt, doch da begann erst das richtige Übel!
Bier und eine schwache sechzehnjährige Blase scheinen sich nämlich nicht zu vertragen. Zumindest aber zu einer temporär, starken Inkontinenz zu führen. Die zwei Kids direkt vor mir, sind während der 125 Minuten des Films ganze viermal aufs Klo gelaufen! Ich kann jetzt schlecht einschätzen wie beeindruckend dies noch auf die Mädels in Sichtweite war, meine Halsschlagader trat an diesem Abend jedoch bedenklich hervor.


Deshalb mal die Frage hier in die Runde. Wie cool ist es eigentlich heut zu Tage für einen Sechzehnjährigen, durch bescheuerte Handlungen permanent aufzufallen, Bier zu trinken, welches man offenkundig nicht verträgt ohne permanent aufs Klo zu rennen und um sich nach der Vorstellung (gegen 23 Uhr) eine dunkle Sonnenbrille aufzusetzen, aufs Fahrrad zu schwingen um dann vermutlich (auf Grund der fehlenden Sicht) gegen einen Laternenpfeiler zu fahren?

Oh Mann! Ich hoffe wir waren damals nicht genau so! ;o)

Dienstag, 26. Mai 2015

Kindererziehung mit Hilfe des Ego-Shooters

Viele Gamer wird meine Überschrift geradezu in Verzückung versetzen. Neben den Kritikern der meist sehr gewalttätigen Spiele, welche auch gern als "Killerspiele" tituliert werden, gibt es auch Befürworter. Deren Argumente: Solche Spiele fördern die Reaktionsgeschwindigkeit des Spielers, die Fantasie wird durch fotorealistische Welten angeregt oder aber logisches bzw. taktisches Denken wird geschult.

Pro und kontra, hin oder her. Fakt ist, ich würde meiner Tochter trotzdem solche Spiele so lange wie möglich vom Leib halten. Im günstigsten Falle bis zur Volljährigkeit, doch ich bin kein Illusionist, so lange werde ich es nicht schaffen.

Ein Freund jedoch, dessen Namen ich hier absichtlich nicht nenne, entwickelte da in den letzten Tagen eine etwas andere Ansicht und dies aus einer Perspektive, welche mir bis dahin völlig undenkbar erschien. Die im Folgenden geschilderte Situation stammt also tatsächlich aus dem wahren Leben und ist nicht erfunden!

Wart Ihr schon einmal in der Situation, dass euer Kind in der Schule oder Vorschule den Ehrgeiz entwickelte das sogenannte "Seepferdchen" zu machen? Ihr wisst schon, diese Schwimmprüfung für Frühschwimmer. Sprung vom Beckenrand und 25 Meter schwimmen.
Dazu muss man dem Kind natürlich einige Grundkenntnisse beibringen, unter anderem die korrekte Arm- und Beinarbeit. Meine Großeltern wurden in den 1930er Jahren noch an eine Art Angel gehängt um dies zu meistern, ich selbst ruderte mit Schwimmflügeln und den Worten: "Po - Seit - Schub" durchs Becken. Besagter Freund, nebenbei erwähnt ein passionierter Gamer, ist nun aber auf eine ganz neue Idee gekommen.
Er hat nämlich festgestellt, dass es im Ego Shooter "Just Cause 2" für die Playstation 3 die Möglichkeit gibt in Flüsse, Seen und Kanäle zu springen und die Hauptfigur fortan unter Wasser fortzubewegen. Die fotorealistische Choreografie der Schwimmbewegungen meistert die Spielfigur dabei so perfekt, dass er diese als geeignetes Lehrmaterial für den Schwimmunterricht seiner fünfjährigen Tochter ansah. Gesagt - getan.
Bereits am nächsten Abend verzichtete er auf die Gute Nacht Geschichte und rief sie stattdessen ins Wohnzimmer, wo die eingeschaltene Playstation auf beide wartete. Eine Viertelstunde lang bewegten sich beide mit Hilfe des Steuerpads durch die Unterwasserregionen von "Just Cause 2" und erörterten dabei die Bewegungsabläufe des Brustschwimmens.


Alles hätte gut sein können, doch es kam wie es kommen musste. Gerade in dem Augenblick in dem die Spielfigur aus dem Wasser steigt um den Schwimmunterricht zu beenden, öffnete sich in der realen Welt die Wohnzimmertür einen Spalt weit und die Mutter der Fünfjährigen schaut nach dem Rechten. Dumm nur wenn die Hauptfigur im Spiel genau in diesem Augenblick von einem heraneilenden Gegner einen blutigen Kopfschuss verpasst bekommt, worauf der Schädel auf dem Großbildfernseher wie eine reife Melone zerplatzt.

Über das darauf folgende Gespräch beider Elternteile in Sachen Kindererziehung liegen mir leider keine gesicherten Erkenntnisse vor. Auch ob mein Freund die Nacht auf der Couch verbringen durfte, ist mir nicht bekannt. Der Inhalt des Gespräches wäre aber sicherlich sehr aufschlussreich gewesen. ;o)