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Sonntag, 2. September 2018

Eingeschränkter TV-Konsum führt zu Unwissenheit


Um ehrlich zu sein bin ich ein sehr interessierter Leser von Büchern. Wenngleich mich nicht jedes Genre interessiert, bin ich in der Regel gut informiert. Was ist gerade angesagt, welcher große Autor veröffentlicht bald sein nächstes Werk oder in wessen Autobiografie sollte man einmal hinein gelesen haben.

So kommt es, dass ich doch recht häufig - um genau zu sein jedes Mal wenn es die Zeit zulässt - in einen Buchladen gehe. Zwar verwende ich im Gebiet der Belletristik doch recht häufig schon eBooks, mit entsprechenden Lesegeräten, ab und zu aber mal ein richtig schönes Hardcover verschmähe ich dann aber trotzdem nicht.

Letzte Woche dann stieß ich im Buchladen meines Vertrauens auf einen riesigen Aufbau. Pappaufsteller in der Mitte, Tische drum herum, jede Menge Deko-Material. Unter der Prämisse, "Dies sollte man gelesen haben" wurde dort eine Autobiografie präsentiert.

Im ersten Moment dachte ich an Größen wie Altbundeskanzler Helmut Schmidt, dessen Autobiograph vielleicht noch einige neue Details hervorgekramt und in einem neuen Lebensabriss ausbreitet. Vielleicht auch aus aktuellem Anlass, dem Tod von Kofi Annan, eine Biografie des ehemaligen UN-Generalsekretärs. Selbst ein Buch über unseren aktuellen, mäuschengrauen Außenminister Heiko Maas wähnte ich noch im Bereich des Möglichen. Doch die Ernüchterung folgte auf den Fuß!

Die groß promotete Lebensgeschichte drehte sich um einen gewissen Frank Thelen!


Viele von Euch werden es kaum glauben aber ich wusste tatsächlich nicht wer dieser Frank Thelen ist. Geschweige dass ich sein Gesicht irgendwo einordnen konnte.
Zum Glück gibt es inzwischen bestimmte Online-Lexika, auf welche man auch mobil zugreifen kann. Erst als ich mich dort informierte, wurde mir mal wieder bewusst, dass ich meinen TV-Konsum echt mal wieder erhöhen sollte.

Der Mann stammt aus einer TV-Sendung in welcher Erfinder und Kleinunternehmer ihre Ideen präsentieren und der Herr Thelen ist dann einer von den Investoren welche dies bewerten. Was es nicht alles gibt!

Egal jetzt ob einen die Biografie eines solchen, meiner Wahrnehmung nach, fast unbekannten Mannes wirklich interessiert, erstaunte mich am meisten, dass ich von dieser Sendung wirklich nie etwas mitbekommen habe. In meinem Freundeskreis kannten dieses Format scheinbar einige. Ein Bekannter wies mich sogar daraufhin, dass man Putztücher und Scheibenwischer aus dieser Sendung im Supermarkt zu kaufen gibt.

Aber wirklich, noch immer stelle ich mir die Frage. Wer ist Frank Thelen und kaufen die Leute wirklich ein solches Buch?

Sonntag, 14. August 2016

Nachwuchs im Märchenland

Jeder hat bereits bemerkt dass in den Fernsehsendungen die Grimmschen Märchen der Zeit ein wahres Revival erleben. Da werden Figuren wie Rapunzel in die reale Welt verfrachtet. Rumpelstilzchen begeht die unterschiedlichsten Verbrechen von Menschenraub bis Diebstahl, welche dann aufgeklärt werden müssen. Gestern auf der Einschulung einer Verwandten staunte ich jedoch nicht schlecht, als diese eine Puppe der Tochter von Rotkäppchen unter dem Arm mit sich herumtrug.

Rotkäppchen hat eine Tochter ???

Ihr Name, Cerise Hood! (siehe Foto)

Diese Erkenntnis war für mich ernüchternd! Zwar war es mir als Kind nicht bewusst aber spätestens als Jugendlicher verstand ich, dass Leute auch älter werden. So bestimmt auch das Rotkäppchen!
Wann aber, und vor allem wo, hatte sie im Märchenwald einen Mann kennengelernt? An der Weggabelung 500 Meter vor dem Haus ihrer Großmutter? Vielleicht war der ominöse Verehrer auch ein Bekannter der Oma, welcher des Öfteren zum Bridge-Spiel vorbei schaute?
Bei genauerer Betrachtung entdeckte ich dann, dass Rotkäppchens Tochter den Nachnamen "Hood" trägt! Vielleicht ein Indiz dafür, dass sie eine Liaison mit dem berühmten Wegelagerer und Beschützer der Armen, Robin Hood eingegangen ist? Dies ist jedoch unwahrscheinlich. Zum einen liegt der Sherwood Forest in England, während der Märchenwald der Gebrüder Grimm wohl eher auf dem germanischen Festland verortet sein sollte. Außerdem entstammen die Legenden um Robin Hood etwa dem 15. Jahrhundert, Rotkäppchen tauchte frühestens Ende des 19. Jahrhunderts in den Erzählungen auf. Ein klein wenig älter kann der Mann ja manchmal schon sein, aber dies wäre übertrieben! ;o)


Die Frage wer der leibliche Vater von Rotkäppchens Tochter ist, bleibt also erst einmal ungeklärt! Auf der anderen Seite, warum taucht Cerise Hood erst jetzt in den Medien auf? Wurde sie während der Kindheit von ihrer berühmten Mutter vor den Medien abgeschirmt um in Ruhe aufwachsen zu können? Warum ist sie nun doch in die Fußstapfen ihrer berühmten Mutter getreten? Puhhh!

Ihr seht schon, diese Erkenntnise rund um Rotkäppchens bisher scheinbar unbekanntes Privatleben stürzt mich in ein regelrechtes Dilemma! Ich laufe Gefahr dass alle Grundfeste auf welchen meine Kindheit ruhen, erschüttert werden. Stellt Euch mal vor es stellt sich irgendwann heraus, das Kind ist unehelich geboren. Meine gutbürgerliche Erziehung wäre im Nachhinein zur Hölle.

Am besten ich verfolge diese Gedanken jetzt einfach nicht weiter! Das nächste Mal drücke ich meiner Nichte die Puppe gleich wieder in die Hand und gehe vor zum warmen Buffet und lasse es mir gut gehen! ;o)

Sonntag, 29. Mai 2016

Fußball EM 2016 - Von schlechten Nachbarn und beliebten Fußballspielern

Natürlich hatte ich mich auch in diesem Jahr darauf eingestellt, hier im Blog, das ein oder andere Fußballthema aufzunehmen. Ganz klar, es ist Fußball-Europameisterschaft. Kaum einen lässt dieses Großereignis unberührt. Dachte ich jedoch, dass wie vor zwei Jahren bei der Weltmeisterschaft, die lustigen Begebenheiten oder skurrile Produkte die Texte beherrschen, schleicht sich in diesem Jahr verstärkt die Politik in die Themen.

Beschäftigten wir uns erst vor wenigen Tagen mit der Prämisse "Die AfD und die Kinderschokolade", hat der AfD-Parteivize Alexander Gauland dem ganzen noch einmal ein Krönchen aufgesetzt! Sinngemäß äußerte er in der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung": "Jérôme Boateng mögen viele für einen tollen Fußballspieler halten, als Nachbarn wollten ihn die wenigsten.".


Hm, da hat aber jemand glaube nicht richtig nachgedacht. Ich habe diese Aussage einfach mal an meiner persönlichen Situation analysiert.

Was würde sich in meinem Leben ändern, wenn Jérôme Boateng mein Nachbar wäre?

1.
Die Preise für Grundstücke und Häuser dürften sich sehr positiv entwickeln wenn ein solcher Multimillionär in der Nachbarschaft wohnt. Gut wenn man mal Haus und Grundstück verkaufen möchte. Zustand jetzt ... runtergekommene Nachbarklitsche. Ich glaub derzeit müsste ich noch was drauflegen um beides los zu werden.

2.
Der nette Gärtner, welchen ein solcher Star sicherlich angestellt hat, würde den Rasen und das Unkraut auf dem Nachbargrundstück in Schach halten, sodass es sich nicht wie jetzt, jedes Mal in meinem Garten ausbreitet!

3.
Lamborghini, Bugatti, Porsche und BMW. Endlich vernünftige und gepflegte Autos in den Parkbuchten und Einfahrten der Straße. Wie gern würde ich auf den 23 Jahre alten "Ford Escort" vom Nachbarn verzichten, welcher regelmäßig vor meiner Einfahrt parkend sein Öl verliert.

4.
Grillpartys. Wenn den mal der Herr Boateng zu Hause ist, was nicht oft der Fall sein wird, wird es auch mal den ein oder anderen Grillabend geben. Selbst wenn ich mich nicht der Illusion hingebe dort eingeladen zu sein, so ist mir das zu erwartende leichte klirren der Schampusgläser tausendfach lieber wie die Studentenfete am gestrigen Samstag hinter unserem Schlafzimmerfenster. Ghettoblaster-Musik bis halb Vier in der Früh muss nicht sein.

5.
Nettes kommen und gehen. Wie bei Punkt 4 bereits festgestellt, wird der Herr Boateng zwar nicht oft daheim sein, trotzdem gehe ich bei zufälligen Treffen vor der Haustür davon aus, dass ein Star diesen Kalibers den Anstand hat zu Grüßen oder sich zu verabschieden. Gleiches gilt für seine zu erwartende Hausangestellten.
Im Augenblick habe ich einen Nachbarn, der mir bei jeder Gelegenheit, weit aus dem Fensterbrett gelehnt, dumme Sprüche zuwirft. Desweiteren bin ich der Meinung, dass er seit Jahren hinter der Gardine protokolliert, wann ich am Wochenende von Kinobesuchen oder Konzerten nach Hause zurück kehre. Ich glaube nicht dass solche Trivialitäten Jérôme Boateng wirklich interessieren.

Ihr seht, der Herr Gauland hat seine Äußerungen nicht gut durchdacht. Sollte sich Jérôme Boateng noch vor der Europameisterschaft 2016 dazu entschließen in unsere Nachbarhaus zu ziehen, würde ich mich freiwillig zum Möbelschleppen anbieten. Nicht ganz uneigennützig aber ich denke wir kommen miteinander aus! ;o)

In diesem Sinne ... auf gute Nachbarschaft!

Mittwoch, 25. Mai 2016

Fußball EM 2016 - Andere Zeiten, andere Gesichtspunkte ... andere Meinungen

Eine aktuelle Meldung in etlichen Nachrichtensendungen ließ mich heute aufhorchen!
Der Süßwarenhersteller "Ferrero" zeigt zur Fußball EM 2016, Kinderfotos unserer Nationalspieler auf den Tafeln der "Kinderschokolade". Aufmerksame Leser von "Alltag Querbeet" werden jetzt sofort denken: "Das hatten wir doch schon einmal!", und genau so ist es!
Unter dem Titel "Süße Fratzen" berichtete ich an dieser Stelle bereits am 01. Juni 2014 von der identischen Aktion zur Fußball Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien.

Natürlich lag mir bereits ein beißender Kommentar auf der Zunge. Wie langweilig ist das denn!? Zwei Mal die gleich Aktion, ist "Ferrero" diesmal nichts besseres eingefallen?

Auf den zweiten Blick ist das Thema jedoch immer noch (oder schon wieder?) recht interessant. Vor dem Hintergrund der politischen Ereignisse der letzten beiden Jahre, hat diese Aktion vor allem im Internet einen ganz anderen Kontext erhalten. Sinnierte ich damals vor allem in Richtung: "Toll das mal nicht immer nur perfekte Menschen auf der Verpackung abgebildet werden.", geht das nun in eine völlig andere Richtung.


Plötzlich beginnen in sozialen Netzwerken, Ortsverbände der Partei "Alternative für Deutschland" (kurz "AfD") über Kinderbilder von Spielern wie Jérôme Boateng oder İlkay Gündoğan zu schwadronieren. Dumme Sprüche über Solidaritätsaktionen für Migrationskinder begleiten die Diskussion ... und so weiter.

Echt, ich finde es erschreckend wie ein und das selbe Thema in nur zwei Jahren eine so unterschiedliche Reaktion in der Bevölkerung hervorrufen kann. Dies beweist jedoch wie stark freiwillig oder nicht uns alle die derzeitigen Flüchtlingsströme beeinflussen.

Ich hoffe nur wir lassen uns dadurch nicht die Fußball EM ab 10.Juni diesen Jahres kaputt machen. Zumindest ich habe nichts gegen Jérôme Boateng auf meiner Schokolade! ;o)

Donnerstag, 19. März 2015

Fußball spielen mit Glühwein im Schnee

Morgen endlich wird es offiziell von FIFA-Chef Joseph Blatter verkündet, wenngleich es schon vorher durchgesickert ist. Die Fußball-Weltmeisterschaft im Jahre 2022 in Katar wird erstmals seit 1930 im Winter stattfinden! Geplant ist das Endspiel am 18.Dezember 2022.

Für Fans und Verantwortliche gibt dies eine Menge Diskussionsstoff. Ging bei der Vergabe alles mit rechten Dingen zu? Konnte man nicht eher wissen, dass Fußball in Katars Sommer bei etwa 50°C kaum möglich ist? Aber auch die Spieltermine der nationalen Fußballigen werden durch diese Terminverschiebung mächtig durcheinander gewirbelt.

Doch mein Blog wäre nicht MEIN Blog, wenn ich die Sache nicht von einem ganz anderen Standpunkt angehen würde. Richtig! Die Konsumgesellschaft!

Welche Probleme ergeben sich für die Einzelhandelsgeschäfte und die Konsumenten? Ich sehe da einiges Streitpotential!


Punkt 1. Das Weihnachtsshopping!
Bereits in den normalen Jahren gehört diese Tätigkeit für viele Männer nicht gerade zu den Lieblingsbeschäftigungen. Endlose Stadtbummel auch an verkaufsoffenen Sonntagen an denen es heißt, Taschen schleppen für die Frau. Doch stellt Euch jetzt mal vor am Samstag oder Sonntag läuft das Viertelfinale Deutschland gegen England oder Holland gegen Argentinien.
Ich bin gespannt wie die Frauen da ihre Männer zum Shopping überreden wollen!

Punkt 2. Public Viewing
Immer größerer Beliebtheit erfreuen sich diese Großveranstaltungen unter freiem Himmel. Unzählige Fans versammeln sich vor einer riesigen Videoleinwand und schauen zusammen mit Freunden, und ausreichend Bier, die WM-Begegnungen.
Hier dürfte die Kälte eine große Rolle spielen. Als findiger Geschäftsmann würde ich bereits heute in Bangladesch oder Vietnam Daunen-Winter-WM-Fanjacken bestellen. Hinten drauf mit einer schönen Deutschlandfahne oder einem Fußball. Auch Glühweintassen mit DFB- oder FIFA-Logo könnten der Renner werden.

Punkt 3. Autokorso
Hupend, grölend und nervend, mit wehenden Deutschlandfahnen und schwarz, rot, goldenen Strumpfüberstülpern für den Seitenspiegel fahren sie durch die Straßen. Dachfenster aufgekurbelt, Oberkörperfrei durchgestreckt und eine Flasche Bier in der Hand. So stellte sich mir im letzten Jahr das Schauspiel des Autokorsos dar.
Auch dies könnte im Jahr 2022 schwierig werden. Um den gut verpackten Hals wird wohl eher ein Schal im Fahrtwind wehen, wenn überhaupt das Dachfenster geöffnet wird. Beim Bier sollte man darauf achten, dass es bei unter -8°C nicht in der Flasche gefriert und diese verdammten Stoffteile um die Außenspiegel erfüllen endlich mal einen vernünftigen Zweck! Spiegel warm halten!

Letzter Punkt 4. Die Saisonstrecke im Supermarkt
Jeder kennt sie, einige hassen sie aber wir alle haben dort schon einmal etwas gekauft. Diese Fläche im Supermarkt des Vertrauens auf der sich zu jeder bestimmten Saison die speziellen Süßwaren tummeln. Kurz vor Weihnachten (also ab August) die Lebkuchen, Schokoweihnachtsmänner und Marzipanbrote. An Ostern die obligatorischen Hasen, Osternester und Waffeleier. Halloween allerlei gruselige Jelly Beans, Blutbonbons und so weiter. In den letzten Jahren fand man an dieser Stelle oft auch zur Fußball-WM oder Europameisterschaft allerlei Schnick-Schnack. Popcorn, Bier im Sixpack, Whiskey in Flaschen welche ausschauen wie ein Fußball, Wimpel, Fahnen oder Schals.
Was nun aber wenn zwei dieser Ereignisse fast zeitgleich stattfinden? Wird es dann einen Schokoweihnachtsmann mit Deutschlandflagge geben? Marzipanbrot in den Nationalfarben? Doch auch Weihnachtsbaumschmuck statt mit Eierlikör etwa mit einer herben Bierfüllung!

Echt Leute, ich sag Euch das Weihnachten 2022 wird echt interessant. Ich bin mal gespannt als wie visionär sich mein heutiger Beitrag heraus stellt. Wie viele dieser oben beschriebenen Dinge werden kommen, welche nicht!?
Ich würde sagen wir lesen uns an dieser Stelle in sieben Jahren wieder! ;o)

Donnerstag, 5. März 2015

Das Baby ... unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr ...

Buggy, Hardschale, es gibt die unterschiedlichsten Ausführungen von Kinderwagen. Wir standen vor einigen Monaten selbst vor dieser Entscheidung. Mir war bewusst, dass es die unterschiedlichsten Hersteller, Ausführungen und auch Preisklassen gibt. Von klassisch elegant über Retro mit riesigen Speichenrädern oder pragmatisch einfach.

Heute ist mir auf der Straße jedoch erstmals das Model "spacig" begegnet.


Damit meine ich ein sehr futuristisches Design. Aus der Entfernung erinnerte mich dieser Kinderwagen der Firma "Quinny" eher an eine Raumsonde, welche von der NASA Richtung Mars geschickt wurde um nach außerirdischem Leben zu suchen, als an ein Transportmittel für Kleinkinder oder Säuglinge.

Irgendwie finde ich ihn ja ganz schick, doch erinnert er mich auf der anderen Seite immer an den erst kürzlich verstorbenen Mr. Spock Darsteller Leonard Nimoy und sein Raumschiff Enterprise. ;o)

Wie geht es Euch?

Dienstag, 3. März 2015

Die Evolution meiner Kindheit ...

Oder um es anders auszudrücken. Die Evolution der Schleichfiguren.
Wer kennt sie nicht. Die niedlichen kleinen blauen Kobolde, welche in Pilzen leben und immer fröhlich durch ihren Wald spazieren. Natürlich spreche ich von den Schlümpfen.

Wie stolz war ich in meiner Kindheit in den achtziger Jahren, einige Plastikfiguren der kleinen Kerle zu besitzen. Natürlich mussten es immer die "echten" Figuren der Firma "Schleich" sein. Damals gehütet wie ein Goldschatz, wüsste ich heute nicht mehr wo die Figuren inzwischen abgeblieben sind. Ich denke auf dem Dachboden meiner Eltern würde sich eine Suche eventuell lohnen.

Nach meiner Kindheit habe ich das Sortiment der Firma "Schleich" dann aus den Augen verloren. Natürlich bemerkte ich in Spielwarengeschäften aber auch in Drogeriemärkten am Rande, dass es zwischenzeitlich Tiere des Bauernhofes aber auch eine Art Elfen und Ritter Serie von dieser Firma gab.

Was ich gestern jedoch erblickte, ließ selbst mein Erwachsenenherz höher hüpfen. Fast die komplette Gerechtigkeitsliga aus den amerikanischen Comics des Verlages "DC" gibt es nun als "Schleich"-Figuren. Der blitzschnelle "Flash", der famose "Green Lantern" oder den berühmten "Batman". Das Paradies für Superhelden und Comicfans scheint wahr geworden zu sein.


Erstaunlich was sich die Firmen immer neues einfallen lassen um im umkämpften Wettbewerb bestehen zu können. Natürlich wird meine Tochter im entsprechenden Alter zuerst einen "Schleich"-Schlumpf geschenkt bekommen. Doch schön zu wissen, dass es da auch einen "Batman" gibt auf den man als stolzer Papa gegebenenfalls zurückgreifen kann! ;o)

Sonntag, 28. Dezember 2014

Abschaffung der Rundfunkgebühren - Fluch oder Segen?

Die Überschrift in vielen Medien zum kürzlich veröffentlichten Gutachten des "Wissenschaftlichen Beirats beim Bundesministerium der Finanzen", welches tatsächlich die Abschaffung der Rundfunkgebühren (GEZ) fordert, klingt erst einmal nicht schlecht. Doch lest einmal etwas genauer das etwa 45seitige Papier.

Darin wird den öffentlich/rechtlichen Sendern eine radikale Schrumpfkur verordnet. Nur noch dass, was die Privatsender nicht abbilden, soll noch produziert oder angekauft werden, um es dann in einer Art bezahltem Abo-Modell für ARD/ZDF zu vermarkten.


Während die meisten jetzt sagen: "Naja, auf die "Tagesschau" und das "Musikantenstadl" kann ich verzichten.", sollte man bedenken, dass dies nicht sehr weit gedacht ist. Das Gutachten bedeutet indirekt nämlich auch, das Sportrechte nicht mehr von ARD/ZDF angekauft würden.

Kurzum, Auf Wiedersehen Fußball-Weltmeisterschaft für alle! Die Rechte würden zu einem Bezahlsender wandern und jeder der nicht bereit ist (etwa für "Sky") seine 50 Euro auf den Tisch zu legen, der sieht das nächste Endspiel der deutschen Fußballnationalelf nicht mehr live am Fernseher oder im Internet.

Gleiches gilt für "Public-Viewing". Ohne ARD/ZDF blieben die meisten Videowände schwarz. Außer in Großstädten wo zahlungsstarke Sponsoren für eine entsprechende Lizenz sorgen.

Die Liste ließe sich bei einiger Überlegung fortsetzen. Kein Ski-Springen mit der Oma am Silvesternachmittag und auch meine Tochter müsste wohl ohne die "Sendung mit der Maus" aufwachsen. Oder meint Ihr wirklich RTL oder PRO7 würden eine solche Kindersendung ernsthaft produzieren/ausstrahlen und dafür etwa "Exklusiv - Das Starmagazin" wegfallen lassen?!

Seit also nicht zu blauäugig und redet nicht immer dem populistischen Mob nach dem Mund! Klar freue auch ich mich über jede Ersparnis. Etwa den halben Prozentpunkt welchen die Beiträge für die gesetzliche Krankenversicherung sinken sollen. Doch ehrlich, sollte ich mal an Krebs erkranken, könnt Ihr sicher sein, dass ich mir die bestmögliche Behandlung wünsche und mir dieser halbe Prozent so ziemlich egal ist!

Also. Man sieht sich in vier Jahren beim (hoffentlich) nächsten Public-Viewing, wenn Deutschland vielleicht den fünften Stern für`s Trikot holt!

Mittwoch, 14. Mai 2014

Warum ich meinen Rundfunkbeitrag an die GEZ gern zahle!

Ich weiß, viele hören es nicht gern und auch die kontroverse Diskussion zu diesem Thema scheint nie zu einem Ende zu kommen. Gemeint ist der scheinbar allseits unbeliebte Rundfunkbeitrag, welchen jeder von uns an die Gebühreneinzugszentrale (kurz: GEZ) entrichten darf.

Auch wenn ich damit oft allein auf weiter Flur stehe, möchte ich es an dieser Stelle noch einmal sagen: "Ich bezahle gern meinen Rundfunkbeitrag!".

Warum dies so ist, bewies mir heute der kurze Blick in Deutschlands größtes, privates Klatschblatt, die BILD-Zeitung. "Einbrecher stehlen Peaches Geldofs Rasenmäher".


Wow! Was für eine interessante und vor allem nützliche Information für die Gesellschaft. Ich meine, für die Hausratversicherung der verstorbenen englischen Künstlertochter wäre eine solche Randnotiz vielleicht interessant. Doch für den Durchschnittsdeutschen hat diese Meldung in etwa den gleichen Informationsgehalt wie die Aussage: "Koi-Karpfen von Graureiher aus David Hasselhoffs Teich gefischt" oder "Hund vergräbt Knochen in chinesischem Reisfeld".

Was hat eine solche Meldung für einen Sinn, außer die kostbare Zeit des Lesers zu verbrennen? Natürlich argumentieren jetzt viele, jeder könne lesen was er wolle, auch triviales, weitab der Weltpolitik. Ja aber muss man die Verblödung der Bevölkerung durch solche Nachrichten aktiv Vorschub leisten? Wenn den Lesern der BILD der Sinn nach trivialem steht, sollen sie Strickmuster, Häckelkurse oder wegen meiner Lehrvorträge für den Anglerschein abdrucken. Dies alles hätte noch einen praktischen Nutzen.

Vor diesem Hintergrund lobe ich mir die GEZ. Mit dem Rundfunkbeitrag wird gewährleistet das öffentlich/rechtliche Rundfunkanstalten sich nicht dem kommerziellen Druck beugen und Schund am laufenden Band produzieren müssen. Nur so kann noch einigermaßen anspruchsvolles Fernsehen, Journalismus und Hörfunk zur Verfügung gestellt werden.

Den auch wenn es viele nicht wahr haben wollen. Eine Gesellschaft muss man aktiv gestalten und kann sie nicht sich selbst überlassen. Dazu gehört auch ein vernünftige Bildung, welche scheinbar in den privaten Medien nur sehr bedingt gegeben ist. Zumindest wenn der Kommerz an allen Ecken und Enden das Sagen hat.


Ihr seht, heute von meiner Seite ein recht politisches Statement. Doch denkt mal drüber nach, vielleicht meckert Ihr in Zukunft ein bisschen weniger über Rundfunkbeitrag und GEZ.

Dienstag, 13. Mai 2014

Was von der letzten Fußball-WM übrig blieb ...

Mit dieser Überschrift möchte ich heute jedoch nicht noch einmal die euphorischen Gefühle aus dem Jahre 2010 herauf beschwören, der Zeit als hupende Autocorso durch deutsche Städte fuhren und wir zusammen mit Jogi Löw um den Titel gefiebert haben (und ihn am Ende doch nicht bekamen).

Es geht mir auch nicht um die soziologischen Nachwirkungen auf die Gesellschaft in Südafrika! Nein! Wie Ihr Euch sicherlich denken könnt, ist meine Herangehensweise viiiiiiiel profaner. Denn es dreht sich um den Konsum!

Das man nämlich beim täglichen Einkauf kaum mehr um Fußball-WM Artikel herum kommt, ist Euch sicherlich schon aufgefallen. Dabei sieht man oftmals nicht nur typische Fanartikel wie Fahnen, Wimpel, Mützen oder meinetwegen auch Popcorn. Nein, auch wirklich untypische Artikel werden plötzlich als WM-Edition auf den Markt geworfen. Mit zu den unsinnigsten Sachen welche ich bisher gesehen habe, gehört ein Fleischsalat im "Brasilien-Design" sowie Babynahrung von "Hipp" mit einem Fußball-Trikot für Säuglinge. Mal sehen, vielleicht berichte ich da auch noch einmal separat im Blog drüber.

Was mir heute aber sauer aufstieß waren Papiertaschentücher der Firma "Tempo". Auch diese Firma konnte es sich natürlich nicht verkneifen eine Fußball-WM Edition auf den Markt zu bringen. Ganz groß wird dies auf der Packung beworben. Das Design der Taschentuchbox, will aber dann absolut nicht dazu passen. Im Gegensatz zu den sonst üblichen Brasilien-Farben Grün und Gelb, kommen die Taschentücher im Geparden-Look daher.
Nach dem Einkauf zu Hause, habe ich erst einmal in der Wikipedia nachgeschlagen. In ganz Südamerika lebt in freier Wildbahn kein einziger Gepard! Da fragt man sich natürlich, warum dieses Design etwas mit der Weltmeisterschaft zu tun haben soll?


Zwei Möglichkeiten sind mir in den Sinn gekommen. Entweder man hat bei "Tempo" einfach einen Fußball-WM-Sticker auf eine sowieso im Handel angebotene Verpackung geklebt oder aber ... man hatte noch Restbestände von der Fußball WM 2010 in Südafrika. Wie ich feststellen konnte, leben Geparden genau und fast ausschließlich dort - in Afrika südlich der Sahara.

Kann es also sein, dass man uns in manchen Bereichen in der überschwänglichen Konsumeuphorie welche immer wieder von einem solchen Großereignis ausgelöst wird, alte Produkte und Lagerbestände andrehen möchte?

Ich weiß nicht so genau! Auf jeden Fall drehe ich in den nächsten Wochen lieber alle Artikel mit "Brasilien-Design" zweimal um, bevor ich sie kaufe! ;o)

Freitag, 18. April 2014

Ich male mir einen Bart an ...

... und werde so stinkend reich wie Harald Glööckler.
Ich glaube so oder so ähnlich habe ich gedacht, als ich heute an der Süßwarenabteilung eines Geschäfts vorbei kam. Ist es nicht genug dass dieser affektiert Typ Klamotten auf Shoppingsendern und in Modekatalogen verkauft? Handytaschen, Babystrampler und Kopfkissen sind wir bereits gewöhnt.
Vor kurzem sind Wandtapeten und eine Gesichtscreme dazu gekommen.

Doch warum muss mich dieser Typ, welcher sich sogar die Gesichtsbehaarung anmalen muss, jetzt auch noch aus dem Regal im Supermarkt entgegen blicken? Ich meine, über Geschmack im Sinne von Mode und Accessoirs kann man bekanntlich streiten. Wieso muss man mir aber den Appetit auf die leckeren Süßigkeiten verderben?


Aber stopp mal! Vielleicht geht es Herrn Glööckler bei seiner neuen Pralinen Kollektion gar nicht um das Naschen! Vielleicht hat er einen Deal mit dem Bundesgesundheitsministerium um uns auf diesem Wege die ungesunde Schokolade abzugewöhnen!

Eine Möglichkeit wäre es. Ich bezweifle nur, dass da die Supermärkte mitspielen würden. So muss ich es also doch als eine Geschmacksverirrung der Herstellerfirma werten und in Zukunft immer dann die Augen zu machen, wenn ich an besagter Stelle vorbei komme. ;o)

Sonntag, 13. April 2014

Die weite Welt im Kinderzimmer

Moderne Technik zieht nicht erst seit gestern in die Kinderzimmer ein. Etliche Kinder haben in ihrem Zimmer bereits einen eigenen Fernseher stehen, manche sogar mit einem DVD-Spieler. Es gibt ja auch wirklich tolle Kinderfilme auf DVD. Selbst wir Erwachsenen schauen uns die Zeichentrick- und Animationsfilme gern an. So wie etwa gestern Abend den Streifen "Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen 2".

Sympathische Figuren, eine seichte Handlung mit witzigen Situationen. Was möchte man mehr? Belustigt musste ich feststellen, der Silberling der DVD bietet tatsächlich einiges mehr. Mehr sogar wie ich erwartet hätte, nämlich eine Thailändische Tonspur!


Dies fand ich dann doch ein wenig skurril. Englischer Ton ist bei den meisten Filmen heut zu Tage Standard, Türkisch auf Grund des hohen Einwohneranteils dieser Bevölkerungsgruppe in Deutschland, nachvollziehbar. Selbst Polnisch oder Französisch leuchtet wegen der Nachbarländer ein. Wozu braucht ein deutscher Konsument oder ein sechsjähriges Kind aber eine thailändische Sprachfassung?

War da ein Angestellter etwas übereifrig? Hatte man noch zu viel Speicherplatz auf dem Medium oder ist dies eine neue Strategie um unsere Kinder auf die immer weiter fortschreitende Globalisierung vorzubereiten?

Ich denke mal dies wird für immer ein Geheimnis bleiben. Kurios finde ich es trotzdem! ;o)

Sonntag, 12. Januar 2014

Blaues Wunder beim Kaffeeklatsch

Kennt Ihr das auch, der Sonntagnachmittag gehört der Familie. Auch wenn Oma und Tante nicht gerade den siebzigsten Geburtstag feiern, sitzt man bei den Eltern oder Schwiegereltern und schlürft eine Tasse heißen Kaffee.

Dabei werden meist Themen aus der Familie oder dem Arbeitsalltag gewälzt. Tante Irma hat sich im Winterschlussverkauf einen hässlichen Mantel gekauft, Großcousin Frank hat sein Auto gegen die Wand gesetzt und der kleine Ralf wird beim derzeitigen Notenspiegel nicht in die nächste Klassenstufe versetzt.

Ebenfalls beliebt sind politische Themen. Geht es nach unserer neuen Familienministerin Schwesig, dürfen sich junge Eltern bald über die 32 Stundenwoche bei voller Bezahlung freuen. Ebenfalls interessant die von der Verteidigungsministerin vorgeschlagene Teilzeit in der Bundeswehr um Familie und Beruf besser vereinbaren zu können. Ich sehe schon jetzt die ersten Soldaten in Afghanistan nur noch von sechs bis zwölf Streife fahren und sich dann den Rest des Tages im Feldlager um die Ohren schlagen. ;o)

Umso erstaunlicher fand ich das Thema an welchem wir uns dann letztendlich am Kaffeetisch festgebissen haben.

Wie wird "Gargamel" geschrieben?


Genau! Die Rede ist von diesem fiesen Zauberer der in den Zeichentrickfilmen den kleinen blauen Schlümpfen nachsetzt. Mein Vater war hartnäckig für die Schreibweise "Gagamel", während meine Frau und ich dies von Anfang an ausschlossen. So ging die Diskussion einige Zeit hin und her. Neue Fassung, alte deutsche Übersetzung im öffentlich rechtlichem Fernsehen. Verdammte moderne Zeiten. Falsche Aussprache. Die Argumente wechselten im Sekundentakt die Seiten. Bis endlich jemand darauf kam mal im Internet nachzuschauen!

Nicht so dass man heut zu Tage "Google" von jedem Handy aus aufrufen kann. Tja, auf die einfachsten Lösungen kommt man manchmal einfach nicht. Traurig bin ich jedoch nicht. Einer guten Diskussion im Familienkreis bin ich nie abgeneigt. Diskussionen welche durch die neuen und immer verfügbaren Medien (Internet) leider heute viel zu selten zu Stande kommen.

Sonntag, 10. November 2013

Mit dem Zweiten sieht man besser!

Ja ich gebe es zu! Der gestrige Abend gehörte bei uns dem öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Doch diesmal nicht wie gewohnt zu Hause vor der Glotze, sondern live!
Wir dachten uns, wenn das ZDF mit seiner Samstagabendshow „Wetten Dass!?“ schon Station bei uns in der Nähe macht, dann unterstützen wir auch die ausgerufene Stadtwette und zeigen Deutschland, was wir hier in Sachsen-Anhalt drauf haben.

Also haben wir uns gegen 20 Uhr ins Auto gesetzt und sind spontan auf den Markt nach Halle an der Saale gefahren. Die Parksituation war noch recht entspannt, viele wussten scheinbar dass die Stadtwette erst am Ende der Sendung ausgewertet wird und „Wetten Dass!?“ gern mal eine Stunde bei der Sendezeit überzieht.


Die Aufgabe war, ein angezeichnetes T-Shirt auf dem Boden mit hunderten Menschen zu füllen, welche gelbe Kleidung tragen. Inhaltlich möchte ich es kurz machen. Nachdem es anfänglich ein wenig lau ausschaute, haben wir (Sachsen-Anhalter) es dann gegen 23:15 Uhr tatsächlich geschafft. Es waren sogar etliche Leute zu viel, welche nicht mehr in die Markierungen passten. Manche Outfits waren echt skurril. Von einem Mann im gelben Hühnerkostüm, über eine vermummte Frau in EDEKA Einkaufstüten bis zu gelben „Verdi“ Streikwesten war alles dabei.


Worum es mir in diesem Blog jedoch eher gehen soll, ist die Sendung „Wetten Dass!?“ an sich. Ich gebe nämlich zu, nach der Gottschalk-Ära bisher nie eine Sendung gesehen zu haben. Immer nur hört man über den Niedergang der Sendung, die schlechten Einschaltquoten und den mittelmäßigen Moderator Lanz.

Wisst ihr was? Nach dem gestrigen Abend kann ich das nachvollziehen! Es gab viele Dinge in der Sendung die verhinderten, dass sich die alte Atmosphäre ausbreitete. Hier nur mal einige:

Was ist aus der Außenwette geworden?
Zwar waren wir mit der Stadtwette bei 5°C auf dem Hallenser Marktplatz unterwegs aber früher gab es zumindest immer noch eine Wette die nicht im Studio stattfand.

Die Wettpaten bekommen die Wetteinsätze vom Moderator vorgesetzt!
Was soll das denn? Das war doch noch nicht immer so? Dieser Umstand beraubt die Sendung seiner Spontanität und mindert den Spaß beträchtlich.

Markus Lanz ist eine Schlaftablette.
Das der gute Mann einen schillernden Thomas Gottschalk nicht ersetzen wird, war jedem klar. Doch der Mann wirkt auch live so etwas von bemüht, dass keine Atmosphäre aufkommen möchte. Ihr wisst sicherlich dass die Formulierung „Er wirkte steht bemüht.“ in einer Arbeitsbeurteilung nicht sehr gut rüber kommt. Man könnte es eher mit „Er bekommt es nicht gebacken.“ übersetzen.
Wir fühlten uns mit gerade einmal drei Schaltungen in die Live-Sendung, und keinem Wort zu viel seitens Herrn Lanz, ziemlich vernachlässigt.

Alles in allem ein toller aber auch sehr kalter Abend, live bei einem der größten Show-Dinosaurier im deutschen Fernsehen. Beim nächsten Mal wünsche ich mir nur eine Glühweinbude neben meinen Standfleck. Bei der Kälte und etwa 4 Stunden Sendezeit, könnte dies dann jedoch problematisch mit der Rückfahrt im Auto werden. ;o)

Freitag, 6. September 2013

Ein Maulwurf auf Abwegen

Lokalpatrioten kennen Renè Marik bereits seit der Jahrtausendwende. Schließlich war der passionierte Puppenspieler vier Jahre am „Neuen Theater“ in Halle beschäftigt und gastierte in dieser Zeit unzählige Male im „Steintor-Varieté“. In dieser Zeit entwarf er unter anderem seine bekannteste Figur, einen sprachbehinderten Maulwurf. Diesen kennt man inzwischen hinlänglich aus dem Fernsehen und diversen Comedy-Formaten.

Neu, und seit gestern im Kino, ist jedoch der Kinofilm „Geld her oder Autsch'n!“ der mit finanzieller Unterstützung der Fans über die Plattform „Kickstarter“ entstand. Ich möchte nicht zu viel verraten, doch der Puppenkrimi ist echt sehenswert, er sei an dieser Stelle wärmstens empfohlen. Wer sich vorher ein Bild machen möchte, schaut sich den Trailer an!



Viel Spaß!

Donnerstag, 13. Dezember 2012

Beziehungen im Norden

Ich gebe zu, seit einiger Zeit gab es keinen neuen Eintrag hier im Blog. Doch wie man immer so schön sagt, die Arbeit geht vor und davon gibt es derzeit ausreichend! Desweiteren habe ich mir die Hand gequetscht. Glaubt mir, damit einen Artikel in die Tastatur zu hämmern ist eine Qual! Trotzdem habe ich heute mal wieder die Zeit gefunden einen Film zu schauen über den ich an dieser Stelle berichten möchte. Der Weg führt uns diesmal in den hohen Norden!

„Happy Happy“

Norwegen. Um sich von ihrer Vergangenheit zu lösen, ziehen Sigve und seine Frau Elisabeth in eine kleine Gemeinde im Norden des Landes. Als erfolgreiche Anwältin hatte Elisabeth eine Affäre mit einem anderen Mann und versucht durch diesen Umzug die Ehe zu retten.
Als Vermieter des neuen Hauses, treffen sie auf Kaja und Eirik. Die Einsamkeit gewohnt jedoch nicht akzeptiert, freut sich vor allem Kaja über die neuen Nachbarn. Auch wenn es diesen befremdlich vorkommen mag, drängt sie die Zugezogenen regelrecht zu Kirchenchor und Spieleabend.
Kaja sucht Gesellschaft, denn die Beziehung mit Eirik scheint einen gehörigen Knacks zu haben. Eines Abends kommt es wie es kommen muss. Sigve und Kaja kommen sich näher und das Beziehungsdurcheinander nimmt seinen Lauf.

Was an dieser Stelle auch der Handlungsabriss einer Komödie sein könnte, entpuppt sich schnell zu einer recht ansehnlichen Tragödie. Da sind die zerrütteten Beziehungen beider Paare, deren Ursache jedoch so unterschiedlich wie Tag und Nacht scheinen. Ebenfalls interessant, die parallele Handlung um die Kinder beider Familien. Ein schwarzafrikanisches Adoptivkind ist nahe dem Polarkreis nicht oft anzutreffen und so stapfen Kaja, Eirik und deren Sohn Theodor in das ein oder andere Fettnäpfchen.

„Happy Happy“ ist eine interessante kleine Beziehungstragödie aus Norwegen, welche trotz ziemlich weniger Handlungsorte und einem gemächlichem Erzähltempo, den Zuschauer zu fesseln vermag. Man möchte einfach wissen ob Kaja noch zu ihrem Glück findet oder Sigve seine Familie retten kann. Zum Glück verfällt Regisseurin Anne Sewitsky nie in Langatmigkeit, sodass man nach knapp 90 Minuten, dass Gefühl hat ein lohnendes Stück Arthaus-Kino gesehen zu haben.
Deshalb an dieser Stelle die Warnung. „Happy Happy“ - ein Film sicher nicht für jedermann aber für Liebhaber des anspruchsvollen, ruhigen Streifens ein kleiner Geheimtipp.

Hier der Trailer zum Film:


Donnerstag, 29. November 2012

Alternder Flattermann

Avangers, Captain America, Thor, Superman … nicht schlimm genug dass bereits seit einigen Jahren die Welle der Comicverfilmungen über uns herein bricht, nein inzwischen hat sich noch ein anderer Aspekt zu diesem Phänomen hinzu gesellt. Erfolgreiche Reihen werden nämlich weitererzählt und glänzen fortan mit der Fortsetzung zur Fortsetzung, weniger erfolgreiche Streifen erleben neuerdings ein sogenanntes Remake. Da wird dann einfach dieselbe Geschichte des Comichelden von einem anderen Regisseur noch einmal verfilmt. So geschehen bereits mit dem ebenso grünen wie unglaublichen Hulk und aktuell im Sommer mit Spiderman.
Über wenig Erfolg konnten sich die letzten drei Batman Filme an den Kinokassen dagegen nicht beschweren. Christopher Nolan auf dem Regiestuhl und Christian Bale als Hauptdarsteller vor der Kamera, haben anscheinend alles richtig gemacht. Die Filme waren wieder düster, actionreich und setzten sich vor allem von den vorangegangenen Lachnummern ab.
Trotz alledem hat man sich beim Produktionsstudio Warner zu einem Remake entschlossen. Hierbei wird die Geschichte der Comicvorlage noch einmal aus einem komplett anderen Winkel und vor allem in animierter, also Zeichentrick Manier erzählt. Heraus gekommen ist:

„Batman - The Dark Knight Returns – Teil 1“

Gotham City. Wir befinden uns in den 1980er Jahren. Bruce Wayne, Milliardär und bekanntlich die wahre Identität von Batman ist inzwischen 55 Jahre und lebt zurück gezogen mit Diener Alfred auf seinem Anwesen. Da auch an ihm das Alter nicht spurlos vorbeischreitet, ist er bereits seit zehn Jahren nicht mehr als Batman in Erscheinung getreten. Ähnlich ergeht es Commissioner Gordon. Als 70jähriger steht er unmittelbar vor seiner Pensionierung als Polizeichef der Megametropole als eine neue Serie der Gewalt in der Stadt ausbricht. Eine Gruppe namens „Mutanten“ terrorisiert die Bevölkerung. Mord, Überfälle, Kindesentführung – ohne jedes Motiv oder sichtbaren Grund werden die unterschiedlichsten Verbrechen begangen. Einen Missetäter dingfest zu machen, welcher nach bestimmten Mustern und aus nachvollziehbaren Gründen handelt, ist zumindest möglich. Gegen Willkür sieht sich der Polizeiapparat jedoch nicht gefeilt. So werden die Straßen immer unsicherer und Bruce Wayne hadert immer stärker mit seinem Gewissen ob er, trotz Schwur, nicht doch als Fledermausmann wieder für Recht und Ordnung sorgen soll. Nicht zu vernachlässigen auch sein inzwischen erreichtes Alter. Schließlich wollen die Leute einen Helden an den sie glauben können und keinen Opa im Flattermann Kostüm.

Noch bevor ich auch nur einen Schnipsel der Handlung mitbekommen habe, schreckte mich zu allererst die Art und Weise der zeichnerischen Umsetzung ab. Hier bedient man sich nämlich desselben kantigen Zeichenstils wie bereits in der animierten Trickserie, die häufig auch im Vormittagsprogramm des Fernsehens läuft. Ich mag dieses Charakterdesign nicht, da mache ich keinen Hehl draus. Die erste halbe Stunde des Streifens habe ich mich auch sehr daran gestört. Einem sichtlich gealterten Bruce Wayne mit kantigem Gesicht zuzuschauen, war nicht wirklich schön. Dies lag aber auch an der bis dahin recht lahmen Erzählweise. Glücklicherweise dreht sich die Situation nach dem ersten Drittel des Films und es wird spannender. Das Erstaunliche dabei, die Spannung wird nicht durch ausufernde Actionszenen erreicht, sondern bezieht sich auf ungewohnt philosophische Fragen, welche unerwartet in den Mittelpunkt treten. So werden plötzlich Sachverhalte diskutiert, ob ein Batman das Recht habe einen Kinderschänder auf der Flucht schwer zu verletzen, eine Waffe ohne Genehmigung zu benutzen oder bei der Polizeiarbeit sogar hinderlich ist. Alte Hasen wie Commissioner Gordon schütteln den Kopf, doch ist in Gotham City inzwischen eine neue Generation heran gewachsen. Das tolle hierbei, Regisseur Jay Oliva schafft es tatsächlich dem Zuschauer eine Art Spiegel vorzuhalten. Die Argumente der Politiker im Film erinnerten mich nicht nur einmal an Ausführungen aktueller Volksvertreter wie sie in jedem beliebigen europäischen Land lamentieren. Jetzt auszuwerten welche Seite recht hat oder aber auch nicht, ist weder Sache noch Absicht dieses Beitrags. Ich finde es einfach nur mutig diese Aspekte in einem Zeichentrick-Batman-Film derart stark zu thematisieren und es dann doch tatsächlich noch annehmbar zu verpacken.

Wie immer gibt es aber auch Schatten am Horizont und so ist nicht alles perfekt. Einen wichtigen Punkt nimmt dabei die Figur des Robin ein. Diese ist zwar der Comicvorlage geschuldet, im ersten Film aber faktisch unwichtig, bzw. austauschbar. Diesen Handlungsstrang hätte man aus meiner Sicht weg lassen können. Desweiteren erzählt die Geschichte von „Batman - The Dark Knight Returns – Teil 1“ nur die Abläufe der ersten beiden Comic-Bände. Die von Frank Miller geschaffene Vorlage „Die Rückkehr des dunklen Ritters“ umfasst jedoch vier Bände, womit wir uns mindestens bis 2013 gedulden müssen, um zu erfahren wie es weiter geht.

Lange Rede kurzer Sinn. Auch wenn der Zeichenstil und die erste langatmige halbe Stunde mich ein wenig abgeschreckt hat, entwickelt „Batman - The Dark Knight Returns – Teil 1“ noch eine beträchtliche Faszination. Zum einen durch die ungewöhnliche Ausgangslage eines in die Jahre gekommenen Helden sowie durch Denkansätze in der Story, die man sich selbst in den Realverfilmung nicht getraut hat so explizit anzurühren.
Aus diesem Grund von mir drei Sterne, sowie eine neugierige Erwartungshaltung auf Teil 2 der ja dann hoffentlich zeitnah 2013 erscheint.

Hier der Trailer, leider nur in Englisch. Der Film selbst ist sehr hochkarätig in deutscher Sprache synchronisiert:



Sonntag, 25. November 2012

Norwegen skurril

Heute kommt mal was ganz seltenes auf die Mattscheibe und bei mir in den Review-Blog. Ein Film aus Norwegen. Na da bin ich mal gespannt was mich erwartet. ;o)

„Sons of Norway“

Oslo in den 1970er Jahren. Gunar, gebürtiger Norweger und seine Frau Lone, Dänin, haben nahe Norwegens Hauptstadt eine kleine Familie gegründet. Zusammen mit ihren beiden Kindern Nikolaj und Peter leben sie in einer neu errichteten Kleinstadt. Gunar ist Bauzeichner und die Familie lebt scheinbar in gutbürgerlichen Verhältnissen. Der Anschein trügt jedoch. Gunar und seine Frau sind nämlich Rebellen. Sie fühlen sich der Hippie Bewegung der damaligen Zeit verbunden. Man demonstriert gegen den Kommerz, fährt einen VW Bus und feiern schon mal Weihnachten mit Bananen als Baumbehang um Jesus den Unmut der Menschen vor Augen zu führen.
Klar ist in diesem Umfeld eine normale Entwicklung für den pubertären Nikolaj kaum möglich. So gerät er in die damals aufkeimende Punk-Rock Szene. Die „Sex Pistols“ werden zu seinem Idol, Anarchie und Aufbegehren seine Lebensaufgabe.
Eigentlich wären an dieser Stelle seine Eltern gefragt um ihn wieder auf den rechten Weg zu bringen, doch just in dieser Situation kommt seine Mutter Lone bei einem Verkehrsunfall ums Leben. Vater Gunar verfällt in eine tiefe Depression und Nikolaj rutscht immer tiefer ins Milieu ab.

Demonstrationen gegen das Patriarchat und den Kapitalismus, Hippies, ein VW Bus und der Besuch in einem Nudistencamp, „Sons of Norway“ fährt schwere Geschütze auf um uns die nicht einfache Kindheit von Nikolaj zu zeigen. Sven Nordin als Gunar überrascht dabei in der Rolle des depressiven Vaters. So unwirklich das Szenario aus heutiger und deutscher Sicht zu sein scheint, fesselt das Drama. Man geht den Weg zusammen mit Nikolaj und wartet nur auf den großen Crash im Leben des Jungen oder ob er vielleicht doch noch die Kurve bekommt. Zur dichten Atmosphäre tragen außerdem der punkige Soundtrack und ein kurzer Gastauftritt von Jonny Rotten dem Frontmann der „Sex Pistols“ bei.

„Sons of Norway“ ist sicherlich kein großes Leinwandkino, aber eines dieser kleinen liebevoll gestalteten Dramen, welche man nicht häufig findet. Große Action und hollywoodreife Effekte sucht man hier vergebens. Stattdessen bekommt man gefühlvolles, teils lautes Darstellerkino aus dem hohen Norden geboten. Mit einem Schmunzeln auf der einen Seite und einem bedrückten Herzen auf der anderen, habe ich die 87 Minuten des Films genossen. Alle anderen sollten sich jedoch unbedingt den Trailer anschauen, bevor sie zum Film greifen. Es ist von Vorteil wenn man weiß auf was man sich einlässt.


Hier der Trailer:



Mittwoch, 21. November 2012

Einfache Moral, lustig verpackt

Es gibt Dinge, die bleiben dem durchschnittlichen Deutschen einfach aus kulturellen Gründen verborgen. Oder habt Ihr schon einmal etwas von einem Theodor Geisel gehört? Ich zumindest bisher nicht. Vielleicht aber sagt Euch das Pseudonym Dr. Seuss etwas mehr?
Auch nicht? Halb so wild, mir ging es ähnlich. Erst als das Gespräch auf sein in Europa bekanntestes Werk „Der Grinch“ kam, blitzte es bei mir auf. Der Mann war laut Wikipedia der einflussreichste Kinderbuchautor der englischsprachigen Welt und verfasste bis zu seinem Tod 1991 unzählige Geschichten. Ob er wirklich so berühmt in den USA war, kann ich schlecht einschätzen. Der Grinch zumindest wurde bereits mehrfach verfilmt. Nun schaffte es Anfang des Jahres eine weitere Figur aus seiner Feder auf die Kinoleinwände in Deutschland und erscheint in dieser Woche auf DVD:

„Der Lorax“

In der kleinen Stadt Thneedville scheint das Leben noch in Ordnung zu sein. Das typisch amerikanische Vorstadt-Flair streicht durch die gepflegten Straßen. Die Menschen gehen ihrer Arbeit nach, Kinder spielen und Familien shoppen in der nah gelegenen Mall. Auf den ersten Blick eine wahre Idylle. Beim zweiten Blick ergeben sich jedoch erste Ungereimtheiten. In erster Linie fällt das völlige Fehlen von Natur auf. In den Gärten der Leute ist Kunstgras verlegt, die Straßen säumen Plastikbäume und Vogelgesang sucht man vergebens. Stattdessen kreuzen überall in den Straßen Lieferwagen, welche den Leuten frische Atemluft verkaufen. Diese wird vom Stadt-Patriarchen Aloysius O`Hare abgefüllt, der sauerstoffspendende Bäume als natürliche Konkurrenz für sein Geschäftsmodel ansieht.
Mitten in dieser abgeschotteten Stadt lebt der 12jährige Ted, welcher sich nur wenige Gedanken um seine Umwelt macht. Mit seinem Roller düst er durch die Straßen und hat seit kurzem eine neue Leidenschaft, seine Nachbarin Audrey. Ted hat sich unsterblich in sie verliebt und versucht nun ihr zu imponieren. Die etwas ältere Audrey ist jedoch ein echter Naturfreund. In ihrer Freizeit malt sie Wälder, Landschaften und Wiesen, nichts wünscht sie sich sehnlicher als einen echten Baum in ihrem Garten.
Dies ist das Stichwort für Ted. Von seiner Großmutter erfährt er von einer mysteriösen Person außerhalb der Stadt, welche alles über Bäume wisse. Also beschließt der Junge sich dort hin zu schleichen. Sein wahrscheinlich größtes Abenteuer hat soeben begonnen.

Schützt den Wald, rettet die Bäume, haltet die Natur in Ehren. Die Moral von „Der Lorax“ ist nicht schwer zu entschlüsseln und sicher jedem zugänglich. Worauf es aber ankommt, ist die Umsetzung und die ist bei diesem Film erstaunlich gut gelungen.

Schöne Gesangseinlagen wechseln sich mit bissigem Humor ab, wie man ihn in einem Disney Animationsfilm nicht finden würde. Verbreitet wird die freche-fröhliche Stimmung durch die Figur des Lorax. Dieser glänzt durch einen (in der deutschen Sprachfassung) niederländischen Akzent der toll ins Gesamtbild passt und die vielen zuckersüß animierten Waldbewohner die bewusst einen starken Kontrast zur Hauptfigur bilden.
Geschickt hat man die Kurve bekommen und den Humor so gestaltet, dass auch kleine Kinder etwas mit dem Film anfangen können und schnell eine Identifikationsfigur finden. An der Qualität der Animationen lässt sich nichts aussetzen.

Insgesamt hinterlässt „Der Lorax“ ein durchweg positives Bild. Selten habe ich eine Moral schöner verpackt gesehen wie in diesem Film. Zwar mag die Handlung recht einfach gestrickt sein, doch es ist in erster Linie nun einmal ein Film für kleinere Kinder. Dank des stellenweise bissigen Humors – weitab vom Disney Einerlei - haben aber auch die Eltern etwas vom Lorax. Von meiner Seite also eine Kaufempfehlung. „Der Lorax“ ist der ideale vorweihnachtliche Fernsehspaß für die ganze Familie.


Der Trailer macht Lust auf mehr:



Sonntag, 18. November 2012

Kevin und James allein zu Haus

Leute, ich bin echt in der Zwickmühle! Habt Ihr das auch schon mal gehabt? In einem Film scheinen alle Komponenten zusammen zu passen, Regie, Action, Darsteller … trotzdem kann Euch das Machwerk in Gänze nicht überzeugen?
Wenn ich Euch jetzt noch sage, dass ich gerade aus dem neusten Bond-Abenteuer komme, werdet Ihr mich dann alle hassen? Naja, ganz so schlimm wird es nun auch nicht in:

„James Bond 007: Skyfall“

Der britische Geheimdienst MI6 ist in seiner Tätigkeit ein wenig über das Ziel hinaus geschossen, als er eine Liste aller NATO-Agenten erstellte, welche man in Organisationen islamischen Terrors eingeschleuste. Noch dicker kommt es, als eine Festplatte mit dieser brisanten Liste in die falschen Hände gerät.
James Bond und Agentin Eve sind in Istanbul gerade mit der Wiederbeschaffung beschäftigt, als Geheimdienstchefin M in eine unangenehme Situation gerät. Bond kämpft mit einem der Terroristen auf dem Dach eines Zuges, der Zugriff auf die Festplatte ist nur noch wenige Sekunden möglich, gibt sie den Befehl mit einem Gewehr auf beide zu schießen und riskiert damit das Leben von 007?
Der Schuss fällt … und trifft den Falschen. Mit einer Kugel in der Brust wird Bond vom Dach des Zuges gefegt und stürzt von einem Viadukt in die Tiefe. Agentenkollegin Eve muss tatenlos dabei zusehen und das Gewissen von M wird mit einer weiteren Fehlentscheidung belastet.

Viel Zeit zum Überlegen bleibt ihr jedoch nicht. Die Verbrecher machen schnell von ihren erbeuteten Daten Gebrauch. Medienwirksam beginnen sie damit, jede Woche fünf Agenten zu enttarnen. Dies ist natürlich folgenreich für die betroffenen Personen. Nachdem so bereits zwei britische Agenten ihr Leben verloren, kommt M als Geheimdienstchefin in Bedrängnis. Doch nicht die Schurken, sondern vielmehr die Politik machen ihr zu schaffen. Die Rufe nach einem Rücktritt werden immer lauter. Völlig unverständlich für eine Frau für welche die Sicherheit ihres Landes im Vordergrund steht und nicht die Ränkeleien der politischen Blöcke.
Aber auch die Gegenseite schläft nicht. Mit Raoul Silva taucht eine längst vergessene Figur aus der Vergangenheit von M auf und konfrontiert sie nicht nur mit unangenehmen Wahrheiten sondern auch einem perfekt ausgearbeiteten Plan für einen Anschlag. Jetzt wäre ein Doppel-Null Agent dringend notwendig … mehr wird für alle Unwissenden an dieser Stelle nicht verraten.

Wie es im oberen Absatz bereits anklang, so recht wollte mich das 23. Abenteuer des britischen Top-Agenten im Auftrag ihrer Majestät nicht in seinen Bann ziehen. Dies ist verwunderlich, schließlich sind die Actionszenen im Film enorm aufwendig gestaltet und sehr gut choreographiert. Auch die Darsteller, allen voran natürlich Daniel Craig, passen hervorragend in ihre Rollen. Trotzdem war der Film an zu vielen Stellen einfach nur langatmig. Die Dialoge zwischen dem Oberschurken Raoul Silva und M bzw. Bond sind oftmals einfach zu ausufernd. Was mich auch störte war die viel zu vorhersehbare Handlung. Fast jede Wendung im Film ließ sich erahnen, jeden anderem Film würde ich diesen Umstand bei der Kritik um die Ohren hauen, warum also nicht einem James Bond? Witzig war einzig die Passage im schottischen Landsitz, als man Bonds Kindheitshaus mit Waffen präpariert um die Bösewichter zu vertreiben. An der Stelle kam ein wenig die Atmosphäre von „Kevin allein zu Haus“ auf, was vom Regisseur sicher nicht beabsichtigt war.

Insgesamt hat sich mein Bauchgefühl bestätigt. Bereits beim letzten 007 Ausflug „Ein Quantum Trost“ habe ich mich ein wenig geärgert im Kino gewesen zu sein. „Skyfall“ kann die Bilanz nicht wirklich aufbessern. Der Film ist zu langatmig, hier wären mal wieder 30 Minuten weniger angebracht gewesen. Auch wenn die Action beeindruckend ist, so bleibt die Handlung vorhersehbar und mittelprächtig. Nach dem Kinobesuch hörte ich durch alle Altersklassen nur positives Oh! und Ah! – welches ich nicht nachvollziehen kann. Deshalb komme ich immer mehr zu der Einsicht das „James Bond“ vor allem aus der Vergangenheit eine Art Bonus zieht und von allen auf ein Podest gehoben wird. Jeder andere Film mit 143 Minuten und einer solch faden Story hätte es schwer gehabt.
Ich jedoch fasse mir den Mut und bleibe bei meinem kompromisslosen Urteil. Viele werden jetzt mit dem Kopf schütteln, doch ich sage, der neue Bond ist wieder einmal nur Mittelmaß und bekommt deshalb und wegen der hohen Erwartungen an ein solches Franchise nur magere zwei Sterne von mir. Da gibt es eindeutig bessere Actionstreifen!

Trotzdem hier der Trailer: