Sonntag, 30. September 2012

Knast der Zukunft

Woran erkennt man mit ziemlicher Sicherheit, dass ein Film an den Kinokassen nicht sehr erfolgreich war? Im Grunde ist das ganz einfach. Wählen die Filmstudios und Verleiher meist eine Frist von etwa sechs Monaten von der Leinwand bis auf DVD, so wird dieses Zeitfenster bei Flops auch gern mal unterschritten.
Ich habe beim heute besprochenen Film nicht ganz genau die Tage gezählt, doch vor sechs Monaten war es ganz bestimmt nicht als es auf den Kinoplakaten stand:

„Lockout“

Wir schreiben das Jahr 2079. Die orbitale Raumfahrt hat Fortschritte gemacht. Um ein Spaceshuttle ins Weltall zu bringen, bedarf es längst nicht mehr Wochen und Monate. Im Ernstfall ist man in der Lage einen Menschen innerhalb von nur sechs Stunden hinauf zu bringen. Auch die internationale Raumstation ISS, weilt nicht mehr als einziger künstlicher Körper in der Erdumlaufbahn.
Mit der „MS One“ haben die Vereinigten Staaten sogar ein Hochsicherheitsgefängnis 80 Kilometer über der Erde errichtet. Bislang 500 Schwerverbrecher fristen dort in Kälteschlafkammern ihr Dasein.
Bald könnten es jedoch 501 Häftling sein.
Auf der Erde hat man nämlich gerade den Ex-CIA Agenten Snow festgesetzt. Ihm wird vorgeworfen bei einer Übergabe von Informationen einen Kollegen erschossen zu haben. Nun ist neben dem Geheimdienst auch der Secret Service des Präsidenten auf der Suche nach diesen brisanten Daten. Snow jedoch schweigt und löst damit ein Ticket für eine Kälteschlafkammer im Weltall.

Währenddessen ist Emilie Warnock, die Tochter des Präsidenten, in humanitärer Mission unterwegs. Zusammen mit einigen Experten möchte sie sich von der Lage auf der Gefangenenstation im Orbit überzeugen. Schon länger wird vermutet, dass illegale Experimente mit den Gefangenen durchgeführt werden und auch sonst unhaltbare Zustände in dem schwebenden Hochsicherheitsgefängnis herrschen. Bei ihrem Besuch kommt es zu einem Zwischenfall. Einer der Häftlinge kann sich befreien und schafft es, die Station unter seine Kontrolle zu bringen – einschließlich der Tochter des Präsidenten.
Guter Rat ist teuer. Welcher Lebensmüde lässt sich schon freiwillig in eine Raumstation mit 500 Gefangenen einschleusen um eine einzige Frau gesund dort raus zu bringen. Nur gut das man gerade einen Ex-CIA Agenten hat, welcher der „MS One“ sowieso einen Besuch abstatten sollte.

Als amerikanisch/französische Koproduktion war am Drehbuch unter anderem auch Luc Besson beteiligt. Regie führten James Mather und Stephen St. Leger, die einen tollen Science Fiction Film, mit reichlich Actioneinlagen auf die Leinwand zaubern. Vor allem der hervorragend spielende Guy Pearce lässt als Ex-CIA Agent den coolen Matcho heraus hängen. Fast in jeder Szene ein trockener Spruch und ein Schmunzeln beim Zuschauer.
Mit dieser Leistung kann „Lockout“ leider nicht vollständig über die relative Einfallslosigkeit der Handlung hinweg täuschen. Einen harten Mann, der ein weitere Person durch feindliches Gebiet bringen muss, dies haben wir nun nicht erst einmal gesehen. So kommt es das der Film stellenweise regelrecht zusammengeflickt wirkt. Öfters hat man das Gefühl diese oder eine ähnliche Szene bereits aus anderen Filmen zu kennen.
Gleiches gilt für die visuellen Effekte. Zwar hat man sich bei den Weltraumszenen nicht lumpen lassen, die Raumstationen sehen toll aus, doch an anderen Stellen hapert es umso mehr. Beispielsweise sieht die Verfolgungsjagd auf dem Motorrad am Anfang des Streifens richtig schlecht aus. Auch mit ungeübtem Auge erkennt man, dass hier Computeranimationen im Spiel sind. Mit der heutigen Technik geht das bei weitem realistischer. Dies ist auch bei der kleine Raumschlacht zum Ende des Films zu beobachten. Ein solch qualitativer Unterschied bei den Effekten darf bei einem Kinoblockbuster einfach nicht vorkommen.

Letztendlich hätte man, so glaube ich, lieber Luc Besson die Regie überlassen sollen. Mit „Das fünfte Element“ hat er bewiesen, wie Science Fiction im Kino auszusehen hat. Da reicht „Lockout“ bei weitem nicht ran. So kann man den Streifen jedoch nur als mittelmäßiges Popcorn Kino durchgehen lassen, dass vor allem durch seinen gut spielenden Hauptdarsteller Guy Pearce gerettet wird.
Einmal kann man sich den Film anschauen aber ich bin richtig froh es damals nicht ins Kino geschafft zu haben. Ich bleibe bei meiner harten Wertungslinie in diesem Monat und gebe dem Film nur zwei Sterne.


Für den ersten Eindruck, hier der Trailer:


Mittwoch, 26. September 2012

Verwechslung auf Französisch

„Le Mac - Doppelt knallt's besser“

Ace ist ein erfolgsverwöhnter Ganove, der sich in verschiedenen Bereichen betätigt. Vor allem als Zuhälter und Besitzer eines Striplokales hat er sich einen Namen verdient. Doch auch beim Wetten sowie anderen illegalen Geschäften steckt er voll mit drin. Erfolgsverwöhnt, hart und unbarmherzig, ist Ace bei seinem Boss, dem Drogenbaron Tiago Mendès sehr beliebt. In Kürze möchte dieser ein riesiges Rauschgiftgeschäft mit einem kolumbianischen Kartell über die Bühne bringen. Natürlich möchte Ace auch einen Teil vom Kuchen ab haben. Doch ein Stück ist ihm nicht genug.
Was Mendès nicht weiß, Ace ist in der Zwischenzeit auch einen Deal mit der Drogenpolizei eingegangen und als Spitzel für diese unterwegs. Im letzten Moment bekommt er kalte Füße und täuscht seinen eigenen Tod vor um sich absetzen zu können. Die Polizei steht plötzlich mit leeren Händen da. Man scheint keine Möglichkeit mehr zu habe an das Drogenkartell heran zu kommen.
Zur selben Zeit in der Pariser City. Gilbert Chapelle, seines Zeichens ein kleinkarierter Bankangestellter, geht nach einem langen Arbeitstag in den Feierabend. Auf dem Weg durch die Tiefgarage des Bürogebäudes wird er Zeuge eines Gewaltverbrechens. Ein stämmiger Mann verprügelt seine Frau. Gilbert ist viel zu feige ihr zu helfen. Stattdessen versteckt er sich in einer Ecke der Garage und hofft, dass ihn niemand bemerkt. Dem schlagenden Mann entgleitet aus der Hand jedoch plötzlich ein Revolver und landet direkt vor Gilbert Füßen. Dieser ergreift die Waffe und erwischt ausversehen den Abzug. Die Kugel trifft den Hünen direkt in der Brust. Vor seinen Augen sackt er in sich zusammen.
Mord lautet die Anklage als Gilbert in einem Verhörraum des Polizeireviers sitzt. Mittendrin betreten zwei Drogenpolizisten das Zimmer und machen ihm ein ungewöhnliches Angebot. Sie eröffnen dem verwirrten Bankangestellten, dass er einen Zwillingsbruder hatte, der unter dem Namen Ace krumme Geschäfte im Rotlichtmilieu koordinierte.
Es kommt zu einem eher unmoralischen Vorschlag. Wenn Gilbert sich bereit erklärt als Doppelgänger seines Bruders aufzutreten und die Polizei zu den Gangstern führt, wird ihm die Mordanklage erlassen. Es beginnt eine harte Zeit für den schüchternen Nobody, der bis vor kurzem nicht einmal wusste einen Zwillingsbruder zu haben.

Auch wenn der deutsche Titel „Le Mac - Doppelt knallt's besser“ einen eher dümmlichen Klang für eine Action Komödie hat, kommt der Film für eine französische Produktion erstaunlich dynamisch daher. Die Action und vor allem das Umfeld kann sich durchaus mit Hollywood messen.
Bei der Geschichte bekommt der Zuschauer eine klassische Verwechslungskomödie geboten. Selbstredend dass diese Filme eine Vielzahl von Wendungen und unerwarteten Konstellationen bieten. Hier stellt „Le Mac - Doppelt knallt's besser“ keine Ausnahme dar. Zwar durchschaut man den Streifen nicht von Beginn an. Das Rad neu erfindet er jedoch auch nicht. Am Ende wird zum Finale noch ein klein wenig Verwirrung gestiftet, doch dann endet der Film nach knappen 90 Minuten genauso unspektakulär wie er verlief.

Im Fazit bleibt eine Komödie aus europäischer Produktion, die vor allem darunter leidet, dass die Handlung sehr scharf am Klamauk vorbei schrammt. Liest man die positiven Kritiken und sieht die hohen Einspielergebnisse in Frankreich, kann ich das nicht ganz nachvollziehen.
Für einen gemütlichen Fernsehabend auf der Couch reicht der Film allemal. Ins Kino würde ich dafür aber nicht gehen. Dafür fehlt „Le Mac - Doppelt knallt's besser“ einfach ein wenig Substanz.


Trotzdem ein Trailer für alle Interessierten:



Montag, 24. September 2012

Verstörend nachdenklich

Zu gern teste ich auch mal Filme, weit ab dem Mainstream. Dies werdet ihr sicher schon bemerkt haben. Es ist einfach interessant was Independent Produktionen, weitab der großen Hollywood Studios manchmal auf die Beine stellen.
Hierbei lasse ich mich gern von Zeitschriften, kleinen Videotheken oder auch Freunden inspirieren. Der nun folgende Beitrag geht auf eine solche Empfehlung zurück. Ein Machwerk des Regisseurs James Gunn aus dem Jahr 2010. Im Nachhinein weiß ich nicht so recht, was ich von diesem Film halten soll. Doch beginnen wir von vorn!

„Super – Shut Up, Crime!“

Außenseiter Frank D'Arbo lebt in einer kleinen Stadt und arbeitet als Koch in einem Schnellimbiss. Als wäre dieses Leben nicht schon trist genug, schaut er auch auf eine wenig rühmliche Vergangenheit zurück. Als Kind gehänselt, als Jugendlicher verspottet und im Erwachsenenalter nicht nur einmal hintergangen. So kommt es, dass Frank gerade einmal zwei Ereignisse zu den glücklichsten seines Lebens zählt. Zum einen die Heirat mit der bildhübschen, doch früher drogensüchtigen, Sarah (Liv Tyler) sowie die erfolgreiche Unterstützung eines Polizisten bei einer Verfolgungsjagd.
Umso erschütterter muss Frank eines Tages feststellen, dass Sarah ihn verlassen hat. Durchgebrannt mit dem ortsansässigen Zuhälter Jacques (Kevin Bacon). Dieser versorgt Sarah natürlich mit Drogen. Frank muss ohnmächtig zusehen wie seine Frau wieder im Milieu versinkt.

Frank verfällt in tiefe Depression und verkriecht sich in seiner Wohnung. Eines Abends allein vorm Fernseher hat er plötzlich eine Vision. Er meint vom Finger Gottes berührt worden zu sein. Dieser habe ihm aufgetragen, die Welt von der Ungerechtigkeit zu befreien.
Anstatt sich aber wie jeder normale Mensch etwa für den Polizeidienst zu melden, einer Bürgerwehr beizutreten oder einer alten Dame über die Straße zu helfen, schlägt Frank einen sehr eigensinnigen Weg ein. Er beschließt Superheld zu werden und beginnt sich dafür alle Utensilien zusammen zu suchen.
Anregungen für sein Kostüm bekommt er aus dem nahe gelegenen Comicshop. Dort lernt er die 22jährige Verkäuferin Libby kennen. Auch sie ist Feuer und Flamme für Comics und Superhelden.
Einige Tage später hat Frank sich ein knallrotes Kostüm in Heimarbeit zusammen geschneidert und geht in den Gassen seiner Stadt auf Verbrecherjagd. Nach den ersten Konfrontationen mit Kleinkriminellen muss er jedoch heftige Prügel einstecken. Er erkennt, dass ihm eine Waffe fehlt.
Wieder findet er sich bei Libby im Comicshop ein, diesmal auf der Suche nach Superhelden ohne Superkräfte, um sich das ein oder andere Gadget abzuschauen. Da ihm ein Atomgeschosse und Wurfanker dann doch ein wenig zu aufwendig erscheinen, landet Frank bei einer Rohrzange.
Fortan geht er jeden Abend auf die Jagd nach Drogendealern, Handtaschendieben und Pädophilen. Dabei geht er nicht zimperlich vor. Mit der Rohrzange drischt er ohne Rücksicht auf die Personen ein und verletzt einige davon schwer. Klar dass bald die Polizei nach dem maskierten Rächer im roten Kostüm sucht.
Franks Ziel bleibt jedoch seine Frau Sarah aus den Fängen des Rotlichts zu befreien. Verkompliziert wird das Ganze jedoch als Verkäuferin Libby hinter seine geheime Identität kommt und vorschlägt, seine Assistentin zu werden.

Was in den Grundzügen nach einem Remake von „Kick-Ass“ klingt, entstand in Wahrheit fast zeitgleich. Auch der erste Eindruck einer Komödie täuscht. Zwar dachte ich ebenfalls bis zu einem bestimmten Zeitpunkt an eine humoristische Abendunterhaltung. Spätestens als Frank aber beginnt Passanten, die in der Kinoschlange vorgedrängelt haben, vor laufender Kamera den Schädel einzuschlagen, ist das nicht mehr lustig. Soviel zur FSK ab 18 Einstufung des Films in Deutschland.
Schnell wird klar, dass es sich bei „Super – Shut Up, Crime!“ eher um ein Drama handelt. Trotz der skurrilen Ausgangssituation begleitet man in den 92 Minuten des Films vielmehr einen Menschen, der ein ernsthaftes psychisches Problem hat. Dieses versucht er mit seiner Tarnidentität auszuleben und täuscht damit über seine Depression hinweg. Gezeigt wird das Ganze in recht drastischen Bildern. Schädel einschlagen mit dem Schürhacken, Abtrennen der Kopfhaut und die Zukunft lesen in der eigenen Kotze – sowas ist nicht jedermanns Sache.
An vielen Stellen wirkt der Film überzogen, an genauso vielen stimmt er aber auch sehr nachdenklich.

Um ehrlich zu sein, im Fazit weiß ich nicht so recht ob ich den Film empfehlen oder eher davon abraten soll. Wer sich dafür entscheidet, sollte einen harten Magen besitzen. In manchem Horrorfilm fließt weit weniger Blut. Ein Fehler ist es auch eine Komödie zu erwarten, wenngleich die Aufmachung und Settings dies nahelegen. Stattdessen bekommt man verstörende Unterhaltung über die man streiten kann ob dies nun eine Kunstform ist um Depressionen zu thematisieren oder einfach nur sinnlos Gewalt gezeigt wird.
Wer sich gegen den Film entscheidet, hat meiner Meinung nach auch nichts verpasst. Bei lediglich 2,5 Millionen Dollar Produktionskosten, hat der Streifen in den amerikanischen Kinos gerade einmal um die 350.000 Dollar wieder eingespielt. Einen Independent Film mag dies nicht stören. Scheinbar hat sich die Mehrzahl der Besucher jedoch gegen ihn entschieden.
Nun ist es an Euch! Ich für meinen Teil bereue nicht „Super – Shut Up, Crime!“ geschaut zu haben. Schließlich braucht man immer mal wieder neue Sichtweisen. Trotzdem gebe ich dem Film auf Grund seiner sehr speziellen Ausrichtung nur zwei Sterne. Eines ist er nämlich nicht – allgemeintauglich.


Unbedingt den Trailer anschauen!



Samstag, 22. September 2012

Einen auf dicke Hose

Mir ist unbegreiflich aus was Hollywood alles vermag einen Film zu drehen. Biografien, geschichtliche Ereignisse, wegen meiner auch Science Fiction Romane. Ganz modern sind auch Umsetzungen bekannter Computerspiele. Scheinbar gehen die Ideen trotzdem aus. Oder wie erklärt ihr euch, dass man inzwischen strategisch zwar anspruchsvolle, aber erzählerisch inhaltslose Brettspiele wie „Schiffe versenken“ für die Kinoleinwand umsetzt?

„Battleship“

Die NASA entdeckt Anfang des Jahrtausends einen erdähnlichen Planeten in einem anderen Sonnensystem. Natürlich hat man nichts Besseres zu tun, als mit Hilfe einer Radioteleskopstation auf Hawaii ein kräftiges Funksignal auszuschicken. Mit Hilfe eines Sattelitenrelais überwindet dieser Strahl tatsächlich die Weiten des Weltraums. Auf der Erde wartet man indes, ob der Strahl irgendwo aufgefangen oder gar beantwortet wird. Die Chancen sind gering und die Antwort fällt anders aus als gedacht.
Kurz darauf treten nämlich fünf Objekte in Formation in die Erdatmosphäre ein. Zu offenkundig, dass dies keine natürlichen Meteoriten sein können. Eines der Objekte kollidiert mit einem Erdsatteliten, stürzt unkontrolliert ab und legt dabei halb Hong Kong in Schutt und Asche. Die anderen Objekte gehen im Meer, einige Seemeilen vor Hawaii nieder. Bevor die Menschen reagieren können, legt sich ein gigantisches Energiefeld um die gesamte Region und schottet diese von der Außenwelt ab.
Zur selben Zeit findet vor Hawaii ein Marinemanöver statt. Mit dabei ist Alex Hopper, ein junger Leutnant der Navy, welcher sich bisher vor allem durch seine Unpünktlichkeit und Fehltritt einen Namen gemacht hat. Zu allem Überfluss ist er auch noch mit der Tochter des Oberkommandierenden Admiral Shame liiert.
Als man auf hoher See, den Absturz der Objekte verfolgt, glauben die Soldaten noch an einen Teil des Manövers. Spätestens als jedoch einer der Zerstörer von einem futuristisch anmutenden Raumschiff versenkt wird, dämmert der Ernst der Lage. Die Chance für Alex Hopper sich zu profilieren, wenn auch nicht ganz freiwillig.

Tja, was soll ich jetzt sagen. Wieder einmal habe ich einen dieser vor Pathos strotzenden, glorifizierenden, amerikanischen Kriegsfilme erwischt. Die Story lässt sich im Groben mit den Worten umschreiben: ausweglose Situation, ein Nobody mausert sich zum Helden und die amerikanische Armee zieht die Karre unter schwenkenden Fahnen aus dem Dreck. Ja doch ich denke das trifft es.
Natürlich wird dabei den bösen Aliens noch einmal so richtig in den Hintern getreten. Am Ausgang des Streifens hat jedoch selbst der begriffsstutzigste Zuschauer bereits nach den ersten zehn Minuten keinen Zweifel – die Amerikaner werden siegen!
Seien wir jedoch nicht so ungerecht. Bis es nämlich soweit ist, wird man zugegeben 131 Minuten lang, ganz vernünftig unterhalten. Mal müssen die Menschen einen schweren Schlag hinnehmen, weit häufiger sind die Aliens dran. Lediglich die taktischen Strategiespielchen auf den Bildschirmen der Schiffsbrücke, wirken ein wenig aufgesetzt und sind wohl der Brettspielvorlage „Schiffe versenken“ geschuldet. Schließlich soll man auch noch sehen, warum der Titel des Films „Battleship“ lautet. Doch auch ohne den Namen hätte das Ganze gut funktioniert und das Hollywoodstudio sich vielleicht die Lizenzgebühren an „Hasbro“ sparen können.
Die schauspielerischen Leistungen sind durchwachsen. Einzig Liam Neeson sticht als Admiral Shane aus der Masse heraus. Leider ist seine Rolle zu klein um bedeutende Akzente zu setzen.

Am Ende möchte ich „Battleship“ mit den Worten eines Freundes zusammenfassen: „Damals 1996 haben wir uns auch „Independence Day“ im Kino angeschaut und waren begeistert. Unsere Amis vermöbeln die Aliens und alles wird gut. Lehne dich also zurück und genieße das Popcornkino. Anspruchsvolle Filme kannst du morgen wieder schauen!“
Diesen Worten möchte ich nichts weiter hinzufügen außer dem Trailer zum Film.






Donnerstag, 20. September 2012

Horror zum Abend

Neben den ganzen aktuellen Kinofilmen habe ich mir am gestrigen Abend, oder wollen wir es mal schon Nacht nennen, einen Horrorfilm aus dem letzten Jahr angeschaut.
Als zweiter Teil, jedoch als Vorgeschichte, des John Carpenter Klassikers aus dem Jahr 1982 konzipiert, war ich sehr gespannt auf:

„The Thing“

Im Jahre 1982 entdecken norwegische Wissenschaftler in der Antarktis ein abgestürztes Raumschiff. Nach ersten Erkenntnissen liegt dieses bereits seit mehreren Jahrzehntausenden dort. Der Federführende Wissenschaftler Dr. Sander Halvorson scharrt schnell ein Team fähiger Wissenschaftler um sich. Mit diesem möchte er die Entdeckung untersuchen. Unter ihnen, die Paläontologin Kate Lloyd. Zuerst fragt sich Kate warum sie als Expertin für die Erforschung ausgestorbener Lebewesen mit an der Expedition teil nimmt. In der Antarktis angekommen, wird aber schnell der Grund ihrer Anwesenheit klar. Dort hat man nämlich nicht nur das außerirdische Raumschiff gefunden, sondern einige hundert Meter davon entfernt, auch einen unbekannten Organismus im Eis eingeschlossen.
Man schneidet das Wesen samt Eisblock aus dem Boden und schafft es in die Forschungsstation. Hier beginnen die ersten Untersuchungen, während das Eis um das Wesen mehr und mehr schmilzt. Nach der Entnahme einer ersten Gewebeprobe kann sich das vermeintlich totgeglaubte Wesen aus dem Block befreien. Nach und nach beginnt es nun Jagd auf die Bewohner der Antarktisstation zu machen.
Kurze Zeit später kann man den Außerirdischen jedoch aufspüren und mit einem Flammenwerfer den Gar aus machen. Doch zu früh gefreut. Da es sich bei dem Wesen um einen Formwandler handelt, hat dieser bereits andere Wissenschaftler mit seinen Zellen infiziert. Diese transformieren den Wirtskörper nach und nach in einem Außerirdischen, aus welchem das fertige Wesen früher oder später hervorbricht. Die Monster haben jedoch eine Schwäche. Anorganisches Material wie Zahnfüllungen, Knochenimplantate oder Schmuck können sie nicht replizieren.
Es beginnt eine bedrückende Zeit in der Station, in der jeder den anderen belauert. Denn jeder könnte bereits infiziert sein.

Was sich nach der idealen Ausgangssituation für einen Horrorfilm anhört, läuft leider allzu sehr nach dem Muster – einer verschwindet nach dem anderen – ab. Dies ist zwar für Horrorfilme nicht ungewöhnlich, doch passiert dies in „The Thing“ auf nicht sehr subtile Weise. Stattdessen stapfen, wunderbar computeranimierte, Körperfresser durch die Station in der Antarktis und verschlingen einen Wissenschaftler nach dem anderen.
Zwar gibt es einige Schreckmomente oder ein gruseliges Geräusch aus dem Dunkel, doch kommt der eigentliche Horror viel zu kurz. Stattdessen setzen die Macher mehr auf die Science-Fiction Komponente und Eckel-Effekte. Letztere werden regelrecht zelebriert, wenn man etwa die Leiche eines Toten aus den Innereien eines Monsters heraus schneidet.
Nee Leute, sorry. Das ist nicht die Art Horror die ich mir bei „The Thing“ gewünscht hätte. Dann doch lieber das subtilere Konzept von in der Dunkelheit verschwindenden Menschen, deren Verbleib bis zum Ende unklar bleibt.

Wenngleich die Neuverfilmung (oder auch Prequel) nicht an das Original von John Carpenter heran kommt, hat man sich alle Mühe gegeben. Schade nur, dass man für meinen Geschmack auf die falschen Akzente gesetzt hat. Eine kräftige Portion mehr Horror und ein gutes Maß weniger Eckel und die Sache hätte gepasst. Somit bleibt jedoch ein kurzes Filmhäppchen für zwischendurch, welches man zwar einmal gesehen haben kann aber nicht unbedingt in der DVD-Sammlung horten muss.
Insofern eher enttäuschend und damit von mir an dieser Stelle zwei Sterne.


Der Trailer zum Film: