Montag, 30. Juli 2012
Menschen im Paradies
Wir schreiben das Jahr 1985, in Japan sitzt ein ambitionierter Comiczeichner über einem weißen Blatt Papier und ist dabei, seine große Vision von der Zukunft zu entwerfen. Der Name des gerade einmal 25jährigen, Masamune Shirow.
Heute, fast 27 Jahre später ist das Werk, welches er damals erschuf, längst Kult unter den Anime und Manga Fans auf der ganzen Welt. „Appleseed“.
Nach der mehrbändigen Comicvorlage entstand bereits 1988 der erste Kinofilm, damals noch von Hand gezeichnet und eher auf Action ausgelegt. Um die Jahrtausendwende arbeitete man das Thema dann noch einmal in zwei computeranimierten Kinofilmen auf. In Japan selbst erschien neben einer Menge Franchise auch noch eine 26teilige TV Serie, die nie den Weg nach Deutschland fand. Der letzte Coup aus den Jahren 2011/2012 ist jedoch eine 13teilige Mini-Serie mit dem treffenden Titel:
„Appleseed XIII“
Nach einem weltumspannenden Krieg im ausklingenden 21.Jahrhundert wurde die Menschheit stark dezimiert. Schätzungsweise die Hälfte der Bevölkerung fiel dem Konflikt zum Opfer. Ganze Länder, Landstriche aber auch Staaten wurden verwüstet.
Gerade hat der Wiederaufbau in einigen Gebieten begonnen. So unter anderem in Nordamerika, wo eine Gruppe von Enthusiasten die Stadt Olympus aus dem Boden gestampft hat. Olympus ist jedoch keine gewöhnliche Stadt. Zum futuristischen Ansatz einer besseren Gesellschaft gehören in Olympus nämlich auch die Genmanipulation und Modifikationen an Körper und Geist. Im sogenannten „Tartarus-Projekt“ werden genetisch verbesserte Klone herangezogen. Kriegsversehrte Menschen bekommen künstliche Gliedmaßen und teilweise komplette Körperteile eingesetzt. So entsteht die Gruppe der Bioroiden. Entweder geklonte oder verbesserte Menschen, welche sich grundlegend von den natürlichen Nachkommen unterscheiden. Bereits 80% der Bevölkerung in Olympus bestehen aus solchen Bioroiden, kein Wunder das es hier zu Vorurteilen, Spannungen und Extremismus kommt.
In diesem Umfeld leben unsere beiden Hauptfiguren, Deunan Knute und Briareos Hecatonecles.
Beide sind zwar noch recht jung, trotzdem schon Kriegsveteranen. Deunans Vater brachte seiner Tochter sehr früh das Kämpfen bei, damit diese auf den Schlachtfeldern der Welt bestehen kann. Bereits früh an ihrer Seite Briareos, welcher immer für sie da war und sich später auch zu ihrem festen Freund entwickelt. Als es die beiden nach Olympus verschlägt, wähnen sie sich im Paradies. Keine Gewalt, kein Krieg und sichere Lebensverhältnisse. Nur dumm das alle Fähigkeiten und alles Können der beiden genau auf Gewalt und Zerstörung ausgerichtet sind. Sie beschließen sich den Polizeibehörden von Olympus anzuschließen und entwickeln sich schnell zu zwei geschätzten Kräften der E.S.W.A.T. einer speziellen Einsatzgruppe.
Denn auch wenn es auf den ersten Blick friedlich in Olympus erscheint, Separatisten, Extremisten und Terroristen versuchen tagtäglich an den Grundfesten des Paradieses zu rütteln. Fragt sich nur ob Olympus tatsächlich das Paradies auf Erden ist.
Die Handlung der Serie hält sich wieder einmal in den Grundzügen stark an die Vorlage aus den achtziger Jahren. Es wird das Leben von Deunan und Briareos gezeigt, ihre Konflikte in dieser fast zu perfekten Welt in der man sich als Mensch wie in einem Reservat fühlt.
Auch „Appleseed XIII“ stellt dabei gewisse Fragen wie Genmanipulation und künstliche Verbesserungen am Menschen in den Vordergrund. Wie weit darf man gehen und wo sollte die Grenze gezogen werden. Damit zeigt sich das Werk für einen Anime erstaunlich gesellschaftskritisch und aktuell, zumal auch in Deutschland erst vor kurzem die Diskussion um die Präimplantationsdiagnostik geführt wurde. Aber auch andere Fragen werden thematisiert. So etwa die Theorie, dass Menschen ohne Elend und Leid in einer perfekten Gesellschaft nicht glücklich werden können und immer wieder zur Gewalt neigen. Ähnliche Gedankenspiele gab es bereits im Blockbuster „Matrix“ aus dem Jahr 1999. Man sieht also, ziemlich viele philosophische Ansätze, welche aber schon immer zur Geschichte von „Appleseed“ gehörten und auch der neuen Serie gut zu Gesicht stehen.
Weniger toll fand ich dann jedoch den Hang der Autoren zur griechischen Mythologie. Namen wie Olympus ließen zwar schon in der Manga-Vorlage und den ersten filmischen Umsetzungen einen gewissen Bezug durchscheinen, in „Appleseed XIII“ hat man es jedoch übertrieben. Die Episoden der Serie sind größtenteils nach griechischen Gottheiten benannt, in jeder dritten Szene ist eine entsprechende Statue zu sehen und sowohl Vor- als auch Abspann der Serie würden hervorragend in eine Multimediapräsentation für die Akropolis in Athen passen. Hier hat man es ein wenig übertrieben, dies schadet dem Auftritt der Serie.
Wichtig für einen Anime ist natürlich auch der Zeichenstil. Hier war das renommierte Studio „Production IG“ federführend. Heraus gekommen ist ein sowohl faszinierendes, wie auch umstrittenes Charakterdesign. Irgendwo zwischen Computeranimation, comichafter Celshading Technik und Handzeichnungen, weiß der Stil der Zeichnungen nicht sofort zu überzeugen. Zwar ist man streckenweise immer wieder von den Bildern fasziniert, trotzdem wirkt alles in der Summe sehr kühl und hölzern animiert. Ich kann es nicht beschreiben, dem geneigten Zuschauer jedoch versichern, dass man sich nach den ersten drei Episoden an den Stil gewöhnt hat. Es ist halt Geschmackssache, für den großen Wurf in der Animationsgeschichte halte ich es jedoch nicht.
Insgesamt bringt „Universum Film“ mit der Serie ein interessantes Stück Anime auf den deutschen Markt. Neueinsteiger aber auch langjährige Fans sollten sich nicht von dem ungewöhnlichen Zeichenstil und der etwas sperrigen eingebauten griechischen Mythologie abschrecken lassen. Man sollte auch tunlichst vermeiden, sich bereits nach den ersten beiden Episoden eine Meinung zu bilden. Ich habe gemerkt, die Serie kommt erst mit Folge drei und vier richtig in Fahrt.
An der deutsche DVD bzw. Blu-Ray Umsetzung gibt es nichts auszusetzen. Die erste Scheibe wartet mit tollem Bild, einer sehr guten deutschen Dolby 5.1 Ton sowie jeweils einer Dokumentation zu jeder Folge auf. Dies ist anständig und zu begrüßen.
Hätte man also an der ein oder anderen Ecke noch ein wenig gefeilt und die Griechen, Griechen sein lassen, hätte es bei mir für vier Sterne gereicht, so aber belassen wir es bei drei. ;o)
Für alle Unentschlossenen, hier ein kurzer Trailer:
Samstag, 28. Juli 2012
Super Film vs. heldenhaftes Drama
Als das Kinohighlight des Jahres gefeiert, lief in dieser Woche der letzte der drei „Batman Begins“ Filme in den deutschen Lichtspielhäusern an. Jede Menge Vorschusslorbeeren, eine Geschichte von der bis kurz vorm Start kaum etwas bekannt war und natürlich die unschönen Ereignisse in den USA. Kaum ein Film hat in den letzten Monaten so viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen wie:
„Batman – The Dark Knight Rises“
Acht lange Jahre sind ins Land gezogen seit den Ereignissen um den Tod des Staranwaltes Harvey Dent (zu sehen in „The Dark Knight“). Nur wenige wissen um die wahre, hässliche, Rolle Harvey Dents als Two-Face im Spiel Gut gegen Böse. Die Menschen glauben an den toten Anwalt und die Gerechtigkeit welche dieser verkörperte.
Da Menschen bekanntlich Symbole benötigen um auf dem rechten Pfad zu wandeln, beschloss Batman in der Nacht von Dents selbstverschuldeten Tod, diese Tat auf seine Schultern zu nehmen. Denn die Menschen brauchen jemanden an den sie glauben.
Seither jagt die Polizei offiziell den Dunklen Ritter. Dieser ist nach dieser Nacht jedoch nie wieder aufgetaucht. Stattdessen lebt der Milliardär Bruce Wayne noch abgeschotteter im Ostflügel seiner riesigen Villa und verkriecht sich. Er besucht keine offiziellen Anlässe, wirkt nicht mehr im Aufsichtsrat von „Wayne Enterprises“ mit und sein treuer Butler Alfred macht sich seine Gedanken über den Zustand des Masters.
Die Firma fast vollständig in fremde Hände zu geben, erweist sich schnell als Fehler. So investiert „Wayne Enterprises“ fast die Hälfte seines Kapitals in einen atomaren Fusionsreaktor der nach Angaben der jungen Unternehmerin Miranda Tate, saubere Energie für millionen Menschen liefern kann. Die Technik entpuppt sich als zu gefährlich und wird eingemottet, ein bodenloses Grab für die Finanzmittel der Wayne-Familie. Viel Zeit darüber nachzudenken bleibt Bruce aber nicht. Ein neuer Bösewicht ist nämlich in der Stadt. Bane, ein fast zwei Meter großer Hüne, hat sich in der Kanalisation festgesetzt. Nach Überfällen an der Börse und anderen Verbrechen, beginnt sich Bane für die Fingerabdrücke von Bruce Wayne zu interessieren. Um diese zu bekommen, schickt er über Strohmänner die schöne Selina Kyle (Catwoman) aus. Sie soll das Wayne Anwesen durchsuchen und die Abdrücke beschaffen. Bruce jedoch schläft nicht und erwischt die attraktive Frau bei ihrem Vorhaben. Das Interesse des Dunklen Ritters ist geweckt!
Wozu braucht man die Fingerabdrücke von Bruce Wayne? Erst als Bane versucht den Fusionsreaktor zu stehlen, zeichnet sich eine böse Vermutung in Master Wayns Gedanken ab.
Nach „Batman Begins“ und „Batman - The Dark Knight“ stellt „Batman – The Dark Knight Rises“ den dritten und letzten Teil der Verfilmung der eigenständigen Kurz-Comicreihe „ Die Rückkehr des Dunklen Ritters“ dar und ist damit abgeschlossen.
Abschluss trifft dann auch so in etwa den Grundtenor dieses dritten Film recht genau. Hier und Jetzt werden nämlich alle Fäden, welche in den beiden vorangegangenen Filmen gezogen wurden, vereint. Regisseur Christopher Nolan schafft dies ganz hervorragend. Das größte Plus des Films ist nämlich das Gefühl, alle Handlungsebenen werden zu einem mehr oder weniger befriedigenden Abschluss gebracht werden. Dazu hat man entsprechend einiges mobilisiert. So ist natürlich wieder Gary Oldman als James Gordon mit von der Partie, Morgan Freeman als Lucius Fox und sogar Liam Neeson in einer Rückblende als Oberbösewicht Ra`s al Ghul. Jedoch auch neue Darsteller wie die schöne Anne Hathaway als Catwoman und Joseph Gordon-Levitt als John Blake/Robin verstärken das Ensemble.
Schauspielerisch hat der Film also einiges zu bieten und Fehlbesetzungen sucht man echt vergebens. Wenn, ja wenn da nicht immer das große „Aber“ wäre.
Abgesehen von der wirklich tollen Umsetzung, dem spannenden Finale mit einer erstaunlichen Wendung sowie dem mehr als dramatischen Ende, hinkt der Film einer recht entscheidenden Stelle – dem Superhelden.
Was ich damit meine? Die Handlung beschreibt in wirklich eindrucksvollen Bildern und mit tollen Darstellern, den Weg Bruce Waynes nach acht Jahren zurück zu seinem Alter Ego Batman. Lange braucht der vermeintlich exzentrische Milliardär um aus seiner Starre zu erwachen und die Gefahr zu erkennen, welche Gotham City bedroht. Für meinen persönlichen Geschmack jedoch viel zu lange.
Fast zwei Drittel des immerhin 164 Minuten langen Films beschäftigen sich genau hiermit, während in der Nebenhandlung Bane die Stadt zerlegt. Der wahre Batman hat seinen großen Auftritt faktisch erst am Ende des Films und das ist die Schwachstelle. Nach der Vorstellung von „The Dark Knight Rises“ hatte ich nämlich das Gefühl ein tolles Drama geschaut zu haben aber weniger eine Superheldenverfilmung. Über zu lange Strecken des Films fehlt, so komisch das auch klingt, Batman. Die kleinen Rettungsaktionen, die Gadgets oder der manchmal durchblitzende trockene Humor des Ritters aus den ersten beiden Filmen. Nichts! Stattdessen in der ersten Stunde nur ein Bruce Wayne der fast in Selbstmittleid versinkt, während das Chaos seinen Lauf nimmt.
Insofern komme ich im Fazit zu einer recht erstaunlichen Erkenntnis – für mich selbst.
Fakt ist „The Dark Knight Rises“ ist ein toller Action Film den man unbedingt im Kino gesehen haben sollte. Erst recht als Fan des Batman Franchise und als Abschluss der „Batman Begins“ Trilogie.
Der große Kinoknaller des Jahres war der Streifen für mich jedoch nicht. Zu ernst nimmt sich der Film selbst. Anstatt mit dem dunklen Ritter durch Häuserschluchten zu gleiten und Menschen zu retten, ertrinkt man fast in einem schwermütigen Drama, mit zugegeben furiosem Ende und tollen Effekten. Dieses schwermütige Bild hellt nicht einmal mehr der diesmal eher unauffällige Soundtrack von Musiklegende Hans Zimmer auf.
Damit haben wir ihn also wieder einmal gefunden. Den Fall der Fälle. Einen Film der im Vorfeld derart gehypt wird, dass die Erwartungen der Zuschauer zu hoch ansetzen. „The Dark Knight Rises“ kann die aufgebauten Erwartungen auf Grund der Handlung nicht erfüllen. Für mich persönlich rangiert er damit irgendwo zwischen dem noch etwas schwächeren ersten Teil der Reihe und dem bisher unerreichten zweiten Teil „The Dark Knight“. Deshalb von meiner Seite diesmal nur drei Sterne!
Für alle Interessierten hier noch einmal der Trailer zum Film:
„Batman – The Dark Knight Rises“
Acht lange Jahre sind ins Land gezogen seit den Ereignissen um den Tod des Staranwaltes Harvey Dent (zu sehen in „The Dark Knight“). Nur wenige wissen um die wahre, hässliche, Rolle Harvey Dents als Two-Face im Spiel Gut gegen Böse. Die Menschen glauben an den toten Anwalt und die Gerechtigkeit welche dieser verkörperte.
Da Menschen bekanntlich Symbole benötigen um auf dem rechten Pfad zu wandeln, beschloss Batman in der Nacht von Dents selbstverschuldeten Tod, diese Tat auf seine Schultern zu nehmen. Denn die Menschen brauchen jemanden an den sie glauben.
Seither jagt die Polizei offiziell den Dunklen Ritter. Dieser ist nach dieser Nacht jedoch nie wieder aufgetaucht. Stattdessen lebt der Milliardär Bruce Wayne noch abgeschotteter im Ostflügel seiner riesigen Villa und verkriecht sich. Er besucht keine offiziellen Anlässe, wirkt nicht mehr im Aufsichtsrat von „Wayne Enterprises“ mit und sein treuer Butler Alfred macht sich seine Gedanken über den Zustand des Masters.
Die Firma fast vollständig in fremde Hände zu geben, erweist sich schnell als Fehler. So investiert „Wayne Enterprises“ fast die Hälfte seines Kapitals in einen atomaren Fusionsreaktor der nach Angaben der jungen Unternehmerin Miranda Tate, saubere Energie für millionen Menschen liefern kann. Die Technik entpuppt sich als zu gefährlich und wird eingemottet, ein bodenloses Grab für die Finanzmittel der Wayne-Familie. Viel Zeit darüber nachzudenken bleibt Bruce aber nicht. Ein neuer Bösewicht ist nämlich in der Stadt. Bane, ein fast zwei Meter großer Hüne, hat sich in der Kanalisation festgesetzt. Nach Überfällen an der Börse und anderen Verbrechen, beginnt sich Bane für die Fingerabdrücke von Bruce Wayne zu interessieren. Um diese zu bekommen, schickt er über Strohmänner die schöne Selina Kyle (Catwoman) aus. Sie soll das Wayne Anwesen durchsuchen und die Abdrücke beschaffen. Bruce jedoch schläft nicht und erwischt die attraktive Frau bei ihrem Vorhaben. Das Interesse des Dunklen Ritters ist geweckt!
Wozu braucht man die Fingerabdrücke von Bruce Wayne? Erst als Bane versucht den Fusionsreaktor zu stehlen, zeichnet sich eine böse Vermutung in Master Wayns Gedanken ab.
Nach „Batman Begins“ und „Batman - The Dark Knight“ stellt „Batman – The Dark Knight Rises“ den dritten und letzten Teil der Verfilmung der eigenständigen Kurz-Comicreihe „ Die Rückkehr des Dunklen Ritters“ dar und ist damit abgeschlossen.
Abschluss trifft dann auch so in etwa den Grundtenor dieses dritten Film recht genau. Hier und Jetzt werden nämlich alle Fäden, welche in den beiden vorangegangenen Filmen gezogen wurden, vereint. Regisseur Christopher Nolan schafft dies ganz hervorragend. Das größte Plus des Films ist nämlich das Gefühl, alle Handlungsebenen werden zu einem mehr oder weniger befriedigenden Abschluss gebracht werden. Dazu hat man entsprechend einiges mobilisiert. So ist natürlich wieder Gary Oldman als James Gordon mit von der Partie, Morgan Freeman als Lucius Fox und sogar Liam Neeson in einer Rückblende als Oberbösewicht Ra`s al Ghul. Jedoch auch neue Darsteller wie die schöne Anne Hathaway als Catwoman und Joseph Gordon-Levitt als John Blake/Robin verstärken das Ensemble.
Schauspielerisch hat der Film also einiges zu bieten und Fehlbesetzungen sucht man echt vergebens. Wenn, ja wenn da nicht immer das große „Aber“ wäre.
Abgesehen von der wirklich tollen Umsetzung, dem spannenden Finale mit einer erstaunlichen Wendung sowie dem mehr als dramatischen Ende, hinkt der Film einer recht entscheidenden Stelle – dem Superhelden.
Was ich damit meine? Die Handlung beschreibt in wirklich eindrucksvollen Bildern und mit tollen Darstellern, den Weg Bruce Waynes nach acht Jahren zurück zu seinem Alter Ego Batman. Lange braucht der vermeintlich exzentrische Milliardär um aus seiner Starre zu erwachen und die Gefahr zu erkennen, welche Gotham City bedroht. Für meinen persönlichen Geschmack jedoch viel zu lange.
Fast zwei Drittel des immerhin 164 Minuten langen Films beschäftigen sich genau hiermit, während in der Nebenhandlung Bane die Stadt zerlegt. Der wahre Batman hat seinen großen Auftritt faktisch erst am Ende des Films und das ist die Schwachstelle. Nach der Vorstellung von „The Dark Knight Rises“ hatte ich nämlich das Gefühl ein tolles Drama geschaut zu haben aber weniger eine Superheldenverfilmung. Über zu lange Strecken des Films fehlt, so komisch das auch klingt, Batman. Die kleinen Rettungsaktionen, die Gadgets oder der manchmal durchblitzende trockene Humor des Ritters aus den ersten beiden Filmen. Nichts! Stattdessen in der ersten Stunde nur ein Bruce Wayne der fast in Selbstmittleid versinkt, während das Chaos seinen Lauf nimmt.
Insofern komme ich im Fazit zu einer recht erstaunlichen Erkenntnis – für mich selbst.
Fakt ist „The Dark Knight Rises“ ist ein toller Action Film den man unbedingt im Kino gesehen haben sollte. Erst recht als Fan des Batman Franchise und als Abschluss der „Batman Begins“ Trilogie.
Der große Kinoknaller des Jahres war der Streifen für mich jedoch nicht. Zu ernst nimmt sich der Film selbst. Anstatt mit dem dunklen Ritter durch Häuserschluchten zu gleiten und Menschen zu retten, ertrinkt man fast in einem schwermütigen Drama, mit zugegeben furiosem Ende und tollen Effekten. Dieses schwermütige Bild hellt nicht einmal mehr der diesmal eher unauffällige Soundtrack von Musiklegende Hans Zimmer auf.
Damit haben wir ihn also wieder einmal gefunden. Den Fall der Fälle. Einen Film der im Vorfeld derart gehypt wird, dass die Erwartungen der Zuschauer zu hoch ansetzen. „The Dark Knight Rises“ kann die aufgebauten Erwartungen auf Grund der Handlung nicht erfüllen. Für mich persönlich rangiert er damit irgendwo zwischen dem noch etwas schwächeren ersten Teil der Reihe und dem bisher unerreichten zweiten Teil „The Dark Knight“. Deshalb von meiner Seite diesmal nur drei Sterne!
Für alle Interessierten hier noch einmal der Trailer zum Film:
Mittwoch, 25. Juli 2012
Familientherapie mal anders
Gegenstand unseres heutigen Reviews soll ein Action-Thriller sein, welcher vielen sicher bisher noch nicht bekannt ist. Also lasst uns mal schauen was der Film zu bieten hat.
„Transit“
Nate scheint ein ganz normaler Familienvater aus Texas zu sein. Zusammen mit seiner Frau Robyn und den Kindern Shane und Kenny, macht er sich auf in den Campingurlaub. Auf dem Dach der Familienkutsche sind Zelte, Schlafsack und Angel fest verschnürt. Zweihundert Meilen der Strecke bis ans Meer sind bereits zurück gelegt, Zeit für eine Rast an einer Tankstelle.
Zur gleichen Zeit nicht allzu weit entfernt. Ein Geldtransporter wird von vier maskierten Gangstern überfallen. Äußerst brutal erbeutet man insgesamt vier Millionen Dollar. Doch die Polizei schläft nicht. Sehr schnell sind Straßensperren eingerichtet und die Banditen eingekesselt. Wie nun also mit dem Geld aus dem Hexenkessel heraus kommen ohne geschnappt zu werden? Um der Polizei nicht gleich in die Arme zu laufen, beschließt man an der nächsten Tankstelle ran zu fahren. Guter Rat ist teuer.
Unbemerkt voneinander treffen so die Familie und die Gangster aufeinander. Da eine Familie im Urlaub, weitaus unauffälliger ist als vier verdächtige Personen in einem Sportwagen, haben die Banditen einen Geistesblitz. Während Nate und die Familie sich frisch machen, verstecken sie die Tasche mit den vier Millionen Dollar mit auf dem Dachgepäckträger der Familienkutsche. In der Hoffnung das diese ohne große Kontrollen durch die Straßensperre gewunken wird. Später will man sich das Geld unauffällig wiederbeschaffen und über die Grenze fliehen.
Wie man sich jedoch denken kann, läuft nicht alles glatt. Zwar kommt die Familie, und damit auch die Beute des Raubes, durch die Sperren, doch das Zurückerlangen gestaltet sich schwerer als gedacht. Was die vier Gangster nämlich nicht wussten, auch Nate besitzt kein weißes Hemd mehr.
Gerade aus einer 18monatigen Haft entlassen, versucht er mit diesem Campingurlaub sein Familienleben wieder zu flicken. Als er den Ernst der Situation überblickt, entbrennt ein gnadenloser Wettlauf ums Überleben.
Eher weniger ein Fan von Horrorfilmen oder Thrillern, hat mich „Transit“ ungewöhnlich stark an die Mattscheibe gefesselt. Die zuerst unverfängliche Situation mit einer harmlosen Familie die von den Gangstern ausgenutzt wird, nimmt spätestens mit Nates Vergangenheit als Ex-Knacki eine deftige Wendung. Hinzu kommen die Streitigkeiten unter den Banditen selbst, die für weiteren Zündstoff und damit Spannung im Film sorgen.
Das gesamte Erzähltempo des Streifens ist rasant und lässt den Zuschauer nicht zur Ruhe kommen. Hinweg über einige ekelige Gewaltszenen, fiebert man permanent mit der Familie. Werden sie überleben und wird der gemeinsame Familienurlaub die erhoffte therapeutische Wirkung haben?
Zum tollen Gesamteindruck tragen auch die schauspielerischen Leistungen bei. Allen voran die deutsche Darstellerin Elisabeth Röhm und Jim Caviezel als Familienpaar im Campingurlaub. Doch auch James Frain als Gangsteranführer Marek macht eine gute Figur.
Ich gebe zu, förmlich mit durch die Sümpfe gewatet zu sein. Immer die vier Millionen Dollar auf dem Rücken und auf der Hut vor Alligatoren und Gangstern.
Kurzum, wer in Sachen Gewaltszenen nicht allzu zimperlich ist, bekommt mit „Transit“ einen wirklich tollen und durchweg gut inszenierten Thriller geboten. Besonders geeignet für gemeinsame Kinoabende mit den Freunden. ;o) Von meiner Seite vier Sterne!
P.S. Ein wenig mehr Publicity und vielleicht ein etwas besserer Trailer im TV oder Kino hätte sicherlich zu einem größeren Erfolg des Films in Deutschland beigetragen.
Hier für alle Interessierten der deutsche Trailer:
„Transit“
Nate scheint ein ganz normaler Familienvater aus Texas zu sein. Zusammen mit seiner Frau Robyn und den Kindern Shane und Kenny, macht er sich auf in den Campingurlaub. Auf dem Dach der Familienkutsche sind Zelte, Schlafsack und Angel fest verschnürt. Zweihundert Meilen der Strecke bis ans Meer sind bereits zurück gelegt, Zeit für eine Rast an einer Tankstelle.
Zur gleichen Zeit nicht allzu weit entfernt. Ein Geldtransporter wird von vier maskierten Gangstern überfallen. Äußerst brutal erbeutet man insgesamt vier Millionen Dollar. Doch die Polizei schläft nicht. Sehr schnell sind Straßensperren eingerichtet und die Banditen eingekesselt. Wie nun also mit dem Geld aus dem Hexenkessel heraus kommen ohne geschnappt zu werden? Um der Polizei nicht gleich in die Arme zu laufen, beschließt man an der nächsten Tankstelle ran zu fahren. Guter Rat ist teuer.
Unbemerkt voneinander treffen so die Familie und die Gangster aufeinander. Da eine Familie im Urlaub, weitaus unauffälliger ist als vier verdächtige Personen in einem Sportwagen, haben die Banditen einen Geistesblitz. Während Nate und die Familie sich frisch machen, verstecken sie die Tasche mit den vier Millionen Dollar mit auf dem Dachgepäckträger der Familienkutsche. In der Hoffnung das diese ohne große Kontrollen durch die Straßensperre gewunken wird. Später will man sich das Geld unauffällig wiederbeschaffen und über die Grenze fliehen.
Wie man sich jedoch denken kann, läuft nicht alles glatt. Zwar kommt die Familie, und damit auch die Beute des Raubes, durch die Sperren, doch das Zurückerlangen gestaltet sich schwerer als gedacht. Was die vier Gangster nämlich nicht wussten, auch Nate besitzt kein weißes Hemd mehr.
Gerade aus einer 18monatigen Haft entlassen, versucht er mit diesem Campingurlaub sein Familienleben wieder zu flicken. Als er den Ernst der Situation überblickt, entbrennt ein gnadenloser Wettlauf ums Überleben.
Eher weniger ein Fan von Horrorfilmen oder Thrillern, hat mich „Transit“ ungewöhnlich stark an die Mattscheibe gefesselt. Die zuerst unverfängliche Situation mit einer harmlosen Familie die von den Gangstern ausgenutzt wird, nimmt spätestens mit Nates Vergangenheit als Ex-Knacki eine deftige Wendung. Hinzu kommen die Streitigkeiten unter den Banditen selbst, die für weiteren Zündstoff und damit Spannung im Film sorgen.
Das gesamte Erzähltempo des Streifens ist rasant und lässt den Zuschauer nicht zur Ruhe kommen. Hinweg über einige ekelige Gewaltszenen, fiebert man permanent mit der Familie. Werden sie überleben und wird der gemeinsame Familienurlaub die erhoffte therapeutische Wirkung haben?
Zum tollen Gesamteindruck tragen auch die schauspielerischen Leistungen bei. Allen voran die deutsche Darstellerin Elisabeth Röhm und Jim Caviezel als Familienpaar im Campingurlaub. Doch auch James Frain als Gangsteranführer Marek macht eine gute Figur.
Ich gebe zu, förmlich mit durch die Sümpfe gewatet zu sein. Immer die vier Millionen Dollar auf dem Rücken und auf der Hut vor Alligatoren und Gangstern.
Kurzum, wer in Sachen Gewaltszenen nicht allzu zimperlich ist, bekommt mit „Transit“ einen wirklich tollen und durchweg gut inszenierten Thriller geboten. Besonders geeignet für gemeinsame Kinoabende mit den Freunden. ;o) Von meiner Seite vier Sterne!
P.S. Ein wenig mehr Publicity und vielleicht ein etwas besserer Trailer im TV oder Kino hätte sicherlich zu einem größeren Erfolg des Films in Deutschland beigetragen.
Hier für alle Interessierten der deutsche Trailer:
Sonntag, 22. Juli 2012
Avatar in Grün?
Selten, wirklich selten habe ich derart vorbelastet einen Film geschaut wie dieses Mal. Vor knapp einen halben Jahr in den Kinos gelaufen, war ich zeitlich wieder nicht dazu gekommen ein Ticket zu lösen und mir den Film auf der großen Leinwand anzuschauen. Freunde, Bekannte, Kollegen … alle sprachen über den Film und der Haupttenor war nicht gerade positiv. Nun, in der Woche der DVD-Veröffentlichung hatte ich nun endlich meine Chance und schaute ihn mir endlich an:
„John Carter – Zwischen zwei Welten“
Zu Hause in den staubigen Steppen der frühen USA, fristet John Carter ein scheinbar eher unbehagliches Leben. Man schreibt das Jahr 1868, nachdem John mehrere Jahre als Captain im amerikanischen Bürgerkrieg auf Seiten der Konföderierten gedient hat, scheint er sehr abgeklärt was das Leben angeht. Ruhm und Ehre sind ihm einerlei, er hat begriffen, dass man nur mit ausreichend Reichtum gut durchs Leben kommt. So verwundert es auch nicht, dass er, wie hunderte andere Goldgräber auch, täglich auf der Suche nach seinem Glück ist.
Keiner glaubt ihm, als er eines Tages in der Stadt über eine Höhle mit unermesslichen Goldreserven berichtet. Stattdessen versucht ihn die Armee wieder für ihre Sachen einzuspannen. Das Land wird von Indianer Übergriffen heimgesucht und für die weißen Siedler steht es schlecht. John Carter sieht jedoch nicht ein wieder sein Leben für dieses Land, diese Armee, in die Waagschale zu werfen.
Stattdessen flüchtet er in besagte Höhle und muss in einer ruhigeren Minute feststellen, dass die Höhle nicht nur vor Gold strotzt, sondern auch eine reiche Verzierung an Inschriften und Hieroglyphen besitzt. Bevor er sich deren Bedeutung bewusst wird, taucht ein fremdartiges Wesen mit einem Amulett in der Hand hinter ihm auf und bedroht ihn. In Notwehr tötet er das Wesen welches zu den sogenannten Thern gehört. Er berührt das Amulett und findet sich im nächsten Moment auf einer fremden Welt wieder.
Dort erwartet ihn, neben hünenhaften grünen Wesen mit vier Armen auch einer geringeren Schwerkraft. Zu allem Überfluss tritt der Konflikt zweier verfeindete Völker auch gerade jetzt in eine Finale Runde. Kein leichtes Brot für einen Menschen des ausklingenden 19. Jahrhunderts und so macht sich John Carter auf seinen außergewöhnlichen Weg.
Zu Beginn meiner Auswertung möchte ich gleich noch einmal zu den oben genannten, negativen Kritiken kommen. Von: „Belanglos“ über „enttäuschendes Finale“ bis hin zu „… das ist die schlechteste Avatar-Kopie die ich je gesehen habe …“ ist mir im Vorfeld des Filmes alles zu Ohren gekommen. Kein gutes Haar ließ man dem armen John Carter. Entsprechend negativ aufgeladen ging ich an den Film heran.
Um es vorweg zu nehmen, ich kann die negative Kritik nicht ganz nachvollziehen.
Die Erzählstruktur – mit den Rückblenden und Wendungen - ist interessant gestaltet, wenn auch nicht mehr absolut innovativ . Die Handlung kommt bereits nach zwanzig Minuten gut in Fahrt, die Figuren ziehen den Zuschauer wenig später auch voll mit in die Story hinein. Der Kampf Gut gegen Böse, eine Prinzessin, ein Bösewicht und natürlich die obligatorische Liebesgeschichte zwischen all der Action – keine Zutat hat man vergessen. Das Ganze läuft dann auch noch auf ein zwar vorhersehbares aber auch wendungsreiches Ende hinaus.
Eine Theorie, warum der Film beim Publikum nicht so gut ankam, ist vielleicht das permanente Deja Vu, das Gefühl alles schon einmal gesehen zu haben. So weist „John Carter“ inhaltlich wie auch optisch überdurchschnittlich viele Parallelen zu anderen Blockbustern auf. Der Anfang der Geschichte wirkt wie aus einem „Indiana Jones“ Abenteuer entlehnt. Zeitweise fühlt man sich in den Canyons des Mittleren Westens wie im Film „Cowboys vs. Aliens“ und nicht zuletzt scheint bei den Szenen auf dem Mars der „Prince of Persia“ Pate gestanden zu haben. Mit Verfolgungsszenen im Stile eines „Star Wars – Episode I“ möchte ich erst gar nicht anfangen.
Fragt sich also nur ob „John Carter - Zwischen zwei Welten“ sich da erstaunlich viele Elemente aus anderen Werken ausgeliehen hat oder das Buch aus der Feder von Edgar Rice Burroughs, welches bereits 1912 erschien, viele frühere Autoren inspirierte. Glaubt man der Fachwelt, so ist letztere These die Richtige und John Carter somit der Urgroßvater von Anakin Skywalker, Jake Sully & Co.
Im Fazit zum Film stehen die Fakten eindeutig im Widerspruch zu meinem persönlichen Eindruck. Bei geschätzten 350 Millionen Dollar Produktionskosten, hat „John Carter“ an den Kinokassen nur einen Bruchteil davon wieder eingespielt. In Folge dessen trat im April 2012 sogar Rich Ross als Chef der Disney Filmstudios zurück.
Ich persönlich fühlte mich in den 139 Minuten des Films hingegen toll unterhalten. Nachvollziehbare Figuren, tolle Spezialeffekte und eine gute Handlung reißen den Zuschauer mit. Was erwartet man mehr vom großen Popcorn Kino? Also auch wenn mich einige Mitmenschen dafür steinigen werden, ich kann den Streifen nur weiterempfehlen. Reinschauen lohnt sich!
Hier der deutsche Trailer zum Film:
„John Carter – Zwischen zwei Welten“
Zu Hause in den staubigen Steppen der frühen USA, fristet John Carter ein scheinbar eher unbehagliches Leben. Man schreibt das Jahr 1868, nachdem John mehrere Jahre als Captain im amerikanischen Bürgerkrieg auf Seiten der Konföderierten gedient hat, scheint er sehr abgeklärt was das Leben angeht. Ruhm und Ehre sind ihm einerlei, er hat begriffen, dass man nur mit ausreichend Reichtum gut durchs Leben kommt. So verwundert es auch nicht, dass er, wie hunderte andere Goldgräber auch, täglich auf der Suche nach seinem Glück ist.
Keiner glaubt ihm, als er eines Tages in der Stadt über eine Höhle mit unermesslichen Goldreserven berichtet. Stattdessen versucht ihn die Armee wieder für ihre Sachen einzuspannen. Das Land wird von Indianer Übergriffen heimgesucht und für die weißen Siedler steht es schlecht. John Carter sieht jedoch nicht ein wieder sein Leben für dieses Land, diese Armee, in die Waagschale zu werfen.
Stattdessen flüchtet er in besagte Höhle und muss in einer ruhigeren Minute feststellen, dass die Höhle nicht nur vor Gold strotzt, sondern auch eine reiche Verzierung an Inschriften und Hieroglyphen besitzt. Bevor er sich deren Bedeutung bewusst wird, taucht ein fremdartiges Wesen mit einem Amulett in der Hand hinter ihm auf und bedroht ihn. In Notwehr tötet er das Wesen welches zu den sogenannten Thern gehört. Er berührt das Amulett und findet sich im nächsten Moment auf einer fremden Welt wieder.
Dort erwartet ihn, neben hünenhaften grünen Wesen mit vier Armen auch einer geringeren Schwerkraft. Zu allem Überfluss tritt der Konflikt zweier verfeindete Völker auch gerade jetzt in eine Finale Runde. Kein leichtes Brot für einen Menschen des ausklingenden 19. Jahrhunderts und so macht sich John Carter auf seinen außergewöhnlichen Weg.
Zu Beginn meiner Auswertung möchte ich gleich noch einmal zu den oben genannten, negativen Kritiken kommen. Von: „Belanglos“ über „enttäuschendes Finale“ bis hin zu „… das ist die schlechteste Avatar-Kopie die ich je gesehen habe …“ ist mir im Vorfeld des Filmes alles zu Ohren gekommen. Kein gutes Haar ließ man dem armen John Carter. Entsprechend negativ aufgeladen ging ich an den Film heran.
Um es vorweg zu nehmen, ich kann die negative Kritik nicht ganz nachvollziehen.
Die Erzählstruktur – mit den Rückblenden und Wendungen - ist interessant gestaltet, wenn auch nicht mehr absolut innovativ . Die Handlung kommt bereits nach zwanzig Minuten gut in Fahrt, die Figuren ziehen den Zuschauer wenig später auch voll mit in die Story hinein. Der Kampf Gut gegen Böse, eine Prinzessin, ein Bösewicht und natürlich die obligatorische Liebesgeschichte zwischen all der Action – keine Zutat hat man vergessen. Das Ganze läuft dann auch noch auf ein zwar vorhersehbares aber auch wendungsreiches Ende hinaus.
Eine Theorie, warum der Film beim Publikum nicht so gut ankam, ist vielleicht das permanente Deja Vu, das Gefühl alles schon einmal gesehen zu haben. So weist „John Carter“ inhaltlich wie auch optisch überdurchschnittlich viele Parallelen zu anderen Blockbustern auf. Der Anfang der Geschichte wirkt wie aus einem „Indiana Jones“ Abenteuer entlehnt. Zeitweise fühlt man sich in den Canyons des Mittleren Westens wie im Film „Cowboys vs. Aliens“ und nicht zuletzt scheint bei den Szenen auf dem Mars der „Prince of Persia“ Pate gestanden zu haben. Mit Verfolgungsszenen im Stile eines „Star Wars – Episode I“ möchte ich erst gar nicht anfangen.
Fragt sich also nur ob „John Carter - Zwischen zwei Welten“ sich da erstaunlich viele Elemente aus anderen Werken ausgeliehen hat oder das Buch aus der Feder von Edgar Rice Burroughs, welches bereits 1912 erschien, viele frühere Autoren inspirierte. Glaubt man der Fachwelt, so ist letztere These die Richtige und John Carter somit der Urgroßvater von Anakin Skywalker, Jake Sully & Co.
Im Fazit zum Film stehen die Fakten eindeutig im Widerspruch zu meinem persönlichen Eindruck. Bei geschätzten 350 Millionen Dollar Produktionskosten, hat „John Carter“ an den Kinokassen nur einen Bruchteil davon wieder eingespielt. In Folge dessen trat im April 2012 sogar Rich Ross als Chef der Disney Filmstudios zurück.
Ich persönlich fühlte mich in den 139 Minuten des Films hingegen toll unterhalten. Nachvollziehbare Figuren, tolle Spezialeffekte und eine gute Handlung reißen den Zuschauer mit. Was erwartet man mehr vom großen Popcorn Kino? Also auch wenn mich einige Mitmenschen dafür steinigen werden, ich kann den Streifen nur weiterempfehlen. Reinschauen lohnt sich!
Hier der deutsche Trailer zum Film:
Mittwoch, 18. Juli 2012
Hinter schwedischen Gardinen …
… entstehen auch tolle Filme!
Kinofilme aus Hollywood sind so normal wie das frische Brötchen auf dem Frühstückstisch am Sonntagmorgen. Indien hat sich in Form seiner Bollywoodstreifen inzwischen in die Herzen der Deutschen geschlichen und auch französische Filme haben bewiesen, dass man sie zumeist dem anspruchsvolleren Kino zurechnen kann. Aber mal ganz ehrlich, Schweden war bei mir filmisch bisher absolutes Niemandsland. Umso erstaunter war ich über den Film:
„Metropia“
Wir schreiben das Jahr 2024. Alle haben es gewusst, der Euro ist gescheitert und die Wirtschaft ist kollabiert. Europa hat seine besten Zeiten bereits lange hinter sich. Die meisten Großstädte sind zu trostlosen Wohnsilos verkommen in denen sich die Menschen von einem Tag auf den anderen, durch Zeitarbeit, etwa in Call-Centern über Wasser halten.
Riesige Mega-Konzerne sind entstanden, einen Mittelstand gibt es faktisch nicht mehr. Einziger vermeintlicher Lichtblick in dieser wirtschaftlich ausweglosen Situation ist die Firma „Trexx“. Mit einer revolutionären Idee hat man es geschafft, entgegen dem wirtschaftlichen Trend, erfolgreich zu sein. Die Idee hinter der Firma. Man verbindet ganz Europa mit einem gigantischen U-Bahnnetz. Paris – Stockholm in nur 30 Minuten oder von Barcelona nach Berlin, kein Problem!
In Mitten dieser Situation lebt Roger. Er ist das Sinnbild eines gewöhnlichen Menschen in dieser Zeit. In einem herunter gekommenen Apartment lebt er seit sieben Jahren mit seiner farbigen Freundin Anna. Tag für Tag quält er sich zu seiner Arbeit in einem Call-Center, wo er an einem Schreibtisch nur eine Nummer unter vielen ist. Von seinem Chef überwacht, darf er sich täglich anhören, dass er jederzeit ersetzbar ist. Lediglich eine kleine Marotte leistet sich Roger, er fährt Fahrrad!
Dies in einer Welt in der die U-Bahn allgegenwärtig ist, Autoverkehr seit Jahren nicht mehr existiert und Straßen von der spärlichen Natur zurück erobert werden.
Als er eines Abends im Bett liegt und sich bewusst wird, dass am darauffolgenden Tag wieder einer dieser monotonen Tage auf ihn wartet, spricht eine Stimme in seinem Kopf zu ihm. Diese versucht ihm in der Folgezeit immer wieder bei verschiedenen Alltagssituationen reinzureden. Dies ändert sich auch nicht als er eine geheimnisvolle blonde Frau trifft und dieser bis nach Paris folgt.
Mit „Metropia“ liefern die schwedischen Filmschaffenden einen ungewöhnlichen Szenefilm ab, der gleich auf den ersten Blick durch seine ungewöhnliche Gestaltung auffällt. In einer Mischung aus realen Aufnahmen, Puppenfilm und Animationsstreifen, bekommt der Zuschauer bisher ungesehene Kost geboten. Ich gebe zu, dass der Film mich fast durchweg, durch seine ungewöhnlichen Bilder beeindruckt hat.
Aber auch die Handlung weiß durchaus zu überzeugen. So ist der Hauptplot erst einmal ziemlich gradlinig angelegt. Man begleitet Roger durch seinen Alltag und darf später dabei sein wie er mit allen Konventionen bricht. Was die Story jedoch wirklich sehenswert macht, ist die geballte Gesellschaftskritik, welche in fast jeder Szene zu finden ist.
Anspielungen auf trostlose Wohnsilos, Zeitarbeit als Geisel der Gesellschaft, überhöhte Preise im öffentlichen Nahverkehr und mein Favorit, die „Asylum TV Show“ in der nordafrikanische Asylbewerber um eine Aufenthaltsgenehmigung in der Europäischen Union wetteifern. „Metropia“ beinhaltet ein Menge dieser zynischen Kritik, die fast alle von uns in abgeschwächter Form aus dem eigenen Leben kennen. Dies erklärt warum es bis zum Ende des Films so interessant ist Roger und seinem Leben zu folgen, denn im Grunde ist er nur eines, ein Normalo wie wir alle.
Gesondert hervorheben möchte ich an dieser Stelle noch einmal den außergewöhnlich guten Soundtrack des Films. Dieser stammt vom schwedischen Electro-Musiker Krister Linder und ist auch in Deutschland als Album erhältlich. Unbedingt rein hören!
In meinem Fazit kann ich „Metropia“, welches man nicht mit dem Fritz Lang Klassiker „Metropolis“ aus dem Jahr 1936 verwechseln sollte, jedem nur ans Herz legen.
Natürlich handelt es sich bei dem Streifen, keinesfalls um maßen tauglichen Film. Hier sollte zugreifen, wer etwas für anspruchsvolleres Kino über hat. Wer dies aber tut, bekommt in Sachen Optik eines der ungewöhnlichsten Werke der letzten Jahre zu sehen. Die Bilder zusammen mit dem eingängigen Soundtrack haben mich beeindruckt. Dazu die bissige Gesellschaftskritik. Toller Film aus einem Land, das ich bisher nur mit billigen Designermöbeln in Verbindung brachte. Absolut empfehlenswert!
Hier wie immer der deutsche Trailer:
Kinofilme aus Hollywood sind so normal wie das frische Brötchen auf dem Frühstückstisch am Sonntagmorgen. Indien hat sich in Form seiner Bollywoodstreifen inzwischen in die Herzen der Deutschen geschlichen und auch französische Filme haben bewiesen, dass man sie zumeist dem anspruchsvolleren Kino zurechnen kann. Aber mal ganz ehrlich, Schweden war bei mir filmisch bisher absolutes Niemandsland. Umso erstaunter war ich über den Film:
„Metropia“
Wir schreiben das Jahr 2024. Alle haben es gewusst, der Euro ist gescheitert und die Wirtschaft ist kollabiert. Europa hat seine besten Zeiten bereits lange hinter sich. Die meisten Großstädte sind zu trostlosen Wohnsilos verkommen in denen sich die Menschen von einem Tag auf den anderen, durch Zeitarbeit, etwa in Call-Centern über Wasser halten.
Riesige Mega-Konzerne sind entstanden, einen Mittelstand gibt es faktisch nicht mehr. Einziger vermeintlicher Lichtblick in dieser wirtschaftlich ausweglosen Situation ist die Firma „Trexx“. Mit einer revolutionären Idee hat man es geschafft, entgegen dem wirtschaftlichen Trend, erfolgreich zu sein. Die Idee hinter der Firma. Man verbindet ganz Europa mit einem gigantischen U-Bahnnetz. Paris – Stockholm in nur 30 Minuten oder von Barcelona nach Berlin, kein Problem!
In Mitten dieser Situation lebt Roger. Er ist das Sinnbild eines gewöhnlichen Menschen in dieser Zeit. In einem herunter gekommenen Apartment lebt er seit sieben Jahren mit seiner farbigen Freundin Anna. Tag für Tag quält er sich zu seiner Arbeit in einem Call-Center, wo er an einem Schreibtisch nur eine Nummer unter vielen ist. Von seinem Chef überwacht, darf er sich täglich anhören, dass er jederzeit ersetzbar ist. Lediglich eine kleine Marotte leistet sich Roger, er fährt Fahrrad!
Dies in einer Welt in der die U-Bahn allgegenwärtig ist, Autoverkehr seit Jahren nicht mehr existiert und Straßen von der spärlichen Natur zurück erobert werden.
Als er eines Abends im Bett liegt und sich bewusst wird, dass am darauffolgenden Tag wieder einer dieser monotonen Tage auf ihn wartet, spricht eine Stimme in seinem Kopf zu ihm. Diese versucht ihm in der Folgezeit immer wieder bei verschiedenen Alltagssituationen reinzureden. Dies ändert sich auch nicht als er eine geheimnisvolle blonde Frau trifft und dieser bis nach Paris folgt.
Mit „Metropia“ liefern die schwedischen Filmschaffenden einen ungewöhnlichen Szenefilm ab, der gleich auf den ersten Blick durch seine ungewöhnliche Gestaltung auffällt. In einer Mischung aus realen Aufnahmen, Puppenfilm und Animationsstreifen, bekommt der Zuschauer bisher ungesehene Kost geboten. Ich gebe zu, dass der Film mich fast durchweg, durch seine ungewöhnlichen Bilder beeindruckt hat.
Aber auch die Handlung weiß durchaus zu überzeugen. So ist der Hauptplot erst einmal ziemlich gradlinig angelegt. Man begleitet Roger durch seinen Alltag und darf später dabei sein wie er mit allen Konventionen bricht. Was die Story jedoch wirklich sehenswert macht, ist die geballte Gesellschaftskritik, welche in fast jeder Szene zu finden ist.
Anspielungen auf trostlose Wohnsilos, Zeitarbeit als Geisel der Gesellschaft, überhöhte Preise im öffentlichen Nahverkehr und mein Favorit, die „Asylum TV Show“ in der nordafrikanische Asylbewerber um eine Aufenthaltsgenehmigung in der Europäischen Union wetteifern. „Metropia“ beinhaltet ein Menge dieser zynischen Kritik, die fast alle von uns in abgeschwächter Form aus dem eigenen Leben kennen. Dies erklärt warum es bis zum Ende des Films so interessant ist Roger und seinem Leben zu folgen, denn im Grunde ist er nur eines, ein Normalo wie wir alle.
Gesondert hervorheben möchte ich an dieser Stelle noch einmal den außergewöhnlich guten Soundtrack des Films. Dieser stammt vom schwedischen Electro-Musiker Krister Linder und ist auch in Deutschland als Album erhältlich. Unbedingt rein hören!
In meinem Fazit kann ich „Metropia“, welches man nicht mit dem Fritz Lang Klassiker „Metropolis“ aus dem Jahr 1936 verwechseln sollte, jedem nur ans Herz legen.
Natürlich handelt es sich bei dem Streifen, keinesfalls um maßen tauglichen Film. Hier sollte zugreifen, wer etwas für anspruchsvolleres Kino über hat. Wer dies aber tut, bekommt in Sachen Optik eines der ungewöhnlichsten Werke der letzten Jahre zu sehen. Die Bilder zusammen mit dem eingängigen Soundtrack haben mich beeindruckt. Dazu die bissige Gesellschaftskritik. Toller Film aus einem Land, das ich bisher nur mit billigen Designermöbeln in Verbindung brachte. Absolut empfehlenswert!
Hier wie immer der deutsche Trailer:
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